Arbeitslosenquote: Kein Grund zur Sorge?

31.07.2007, 18:56 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dorsten Funken sprühen knisternd durch die Luft, das blaue Feuer erhellt die hintere Ecke der riesigen Werkhalle. Jan-Hendrik Jetzky, Schlosser, ist für den Zauber verantwortlich; mit einem Schweißgerät lötet der 26-Jährige Stahlteile zusammen.

Erst seit kurzem arbeitet der Gelsenkirchener für die Dorstener B&S Stahl- und Formenbau GmbH - und ist sehr glücklich: "Überhaupt Arbeit zu haben ist schon toll. Wenn es dann noch so viel Spaß macht - umso besser." Jetzky ist über die Agentur für Arbeit mit seinem neuen Arbeitgeber zusammengekommen. Vorher war er auf Jobsuche, hat seine Schweißfertigkeiten in Fortbildungsmaßnahmen ausbauen können. Der junge Mann hatte Glück: Weil die B&S GmbH freigewordene Stellen besetzen wollte und der Arbeitssuchende ins Anforderungsprofil passte, hat der Gelsenkirchener einen unbefristeten Vertrag in der Tasche. So wie Jetzky geht es auch dem 22-jährigen Marcel Fiedler aus Dorsten, er wurde bei dem Stahl- und Formenbau-Betrieb ebenfalls fest angestellt. Das Beispiel macht deutlich: Es geht was auf dem Arbeitsmarkt. Und trotzdem: Die Agentur für Arbeit hat auch weniger gute Nachrichten zu berichten. Im Monat Juli stieg die Arbeitslosenquote in Dorsten von 10,6 Prozent im Vormonat auf 10,8 (s. Infokasten). Maria Wilkes, Leiterin der Agentur für Arbeit in Dorsten, erklärt: "Im Moment hat sich die Arbeitsmarktsituation ein wenig eingetrübt. Das hat vor allem saisonale Gründe: Das Schul- und Ausbildungsjahr ist vorbei, viele junge Leute befinden sich in der so genannten Zwischenarbeitslosigkeit." Wilkes erwartet, dass die Zahlen sich im Laufe der kommenden Monate wieder verbessern werden. Immerhin: Im Vergleich zum Vorjahr sind 2,1 Prozent weniger Dorstener arbeitslos gemeldet.

"Sehr zufrieden"

Maria Wilkes freut sich außerdem sehr darüber, wenn die Zusammenarbeit zwischen der Agentur und den Arbeitgebern reibungslos klappt. Peter Brzezina und Matthias Sevnik, Geschäftsführer der B & S GmbH, profitieren ebenfalls von der Kooperation: "Erst haben wir es mit Stellenanzeigen versucht, aber die waren nicht präzise genug formuliert", so Brzezina. "Bei der Agentur für Arbeit haben wir unsere Anforderungen ganz deutlich gemacht." Dann ging alles ganz schnell. "Jetzt haben wir zwei neue, junge Mitarbeiter, die in unsere Firma hineinwachsen. Wir sind sehr zufrieden." ah

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