Architekt kritisiert Vermarktung und Planung des Dr. Kohl-Geländes

Gewachsene Strukturen

Deutliche Kritik am Dorstener Planungsamt äußert Architekt Heinrich Bücker. Es geht um die Planung und Vermarktung des Geländes der Ex-Dachpappenfabrik Dr. Kohl (Auf dem Beerenkamp).

DORSTEN

von Von Michael Klein

, 16.04.2012, 16:58 Uhr / Lesedauer: 1 min
Das vom Abriss bedrohte alte Bürogebäude der ehemaligen Dachpappenfabrik Dr. Kohl möchte der Dorstener Architekt Heinrich Bücker erhalten.

Das vom Abriss bedrohte alte Bürogebäude der ehemaligen Dachpappenfabrik Dr. Kohl möchte der Dorstener Architekt Heinrich Bücker erhalten.

„Es ist nicht nachvollziehbar, dass hier eine Lösung Hals über Kopf herbeigeführt wird und das Gelände in einem Rutsch veräußert wird“, erklärt Heinrich Bücker: „Auf Historie und gewachsene Strukturen wird keine Rücksicht genommen.“ Damit meint er das alte Bürogebäude, das ebenfalls der Abrissbirne zum Opfer fallen soll. Heinrich Bücker betreibt seit 38 Jahren mit seiner Frau (und inzwischen auch den beiden Töchtern) ein Architekturbüro in unmittelbarer Nähe des Firmen-Grundstücks.Seit zehn Jahren kümmert er sich um die Entwicklung und die Umwelt-Problematik in dem Bereich. Mehrere Einfamilienhäuser hat sein Büro auf dem Dr. Kohl-Nachbar-Grundstück errichtet. Nachdem die Stadt das Dr. Kohl-Gelände erworben hatte, hat sich Heinrich Bücker um den Erwerb und die Erhaltung des Verwaltungsgebäudes beworben. „Das war so in der Vorplanung vereinbart und von allen Planern erwünscht“, sagt er. Er hat ein Nutzungskonzept (mit Bistro) erarbeitet, das eine architektonische Aufwertung des Vorplatzes vorsah. „Das hätte zu keinen finanziellen Nachteilen für die Stadt geführt.“

Um so enttäuschter war er nun von der Absage der Stadt. „Man darf die Entwicklung nicht einem profitorientierten Bauträger überlassen“, erklärt Bücker: „Das Gebiet ist zu wertvoll.“ Zudem würde eine Einzelvermarktung es Käufern aus der unteren Mittelschicht erlauben, ein Grundstück zu kaufen. „Ohne Verlust für die Stadt.“ Der Architekt hat inzwischen die politischen Fraktionen angeschrieben. Friedhelm Fragemann (SPD), Vorsitzender des Planungsausschusses, hat sich am Montag (16.4.)  schon ein Bild vor Ort gemacht.

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