ARD und ZDF streamen im Supersportjahr 2020 mit Technik aus Dorsten

rnnetTrek

Millionen schalten ein, wenn ARD und ZDF im Sommer sportliche Großereignisse übertragen. Streaming-Angebote werden dabei immer wichtiger. Die Technik dafür liefert netTrek aus Dorsten.

Dorsten

, 06.03.2020, 04:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Fernsehsendern steht ein radikaler Wandel bei der Nutzung bevor. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Beratungsgesellschaft Roland Berger und der Uni Münster. Nur noch gut die Hälfte (54 Prozent) der Sehzeit verbringen Zuschauer demnach mit klassischem, linearen Fernsehen - und die Entwicklung Richtung Streaming werde sich in den kommenden Jahren deutlich verstärken.

Es sind vor allem sportliche Großereignisse, die die Einschaltquoten bei den Öffentlich-Rechtlichen in die Höhe treiben - auch bei den Online-Angeboten. Während der Fußball-WM 2018 stieg die Nutzung der ZDF-Mediathek laut Angaben des Senders um gut 50 Prozent. Im Schnitt kam die Mediathek an WM-Sendetagen auf 6,2 Millionen Visits.

Gesamter öffentlich-rechtlicher Bereich abgedeckt

Um in Sachen Streaming im Supersportjahr 2020 mit Fußball-EM und Olympia gerüstet zu sein, setzen ARD und ZDF auf Know-how aus Dorsten: Softwarehersteller netTrek betreut und entwickelt bereits seit 2011 den Audio- und Videoplayer der ARD. Jetzt hat das Unternehmen auch die Entwicklung und Pflege des ZDF-Videoplayers übernommen. Damit deckt die Dorstener Softwareschmiede das komplette Spektrum des öffentlich-rechtlichen Rundfunks ab.

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„Die Synergien sind super. Es hilft ungemein, wenn es eine einzige Anlaufstelle gibt“, sagt Saban Ünlü, der netTrek gemeinsam mit Florian Diesner führt. Einfach den ARD-Player ins ZDF-Gewand hüllen geht aber nicht. Bei der ARD mit ihren neun Rundfunkanstalten wirken viele Akteure mit teils ganz unterschiedlichen Anforderungen. „Es gibt natürlich auch einige Parallelen zwischen den Playern, aber eben auch ein paar Finessen“, so Ünlü.

Nutzer erwartet bestmögliche Qualität auf Kanälen

Modernes Livestreaming ist eine Herausforderung für Entwickler. Der Nutzer erwartet eine flüssige Übertragung und bestmögliche Bildqualität sowohl im Browser als auch auf Smartphones, Tablets, Smart-TVs oder Anwendungen wie Apple TV.

„Je neuer die Endgeräte, desto mehr Mehrwert können die Player bieten“, sagt Florian Diesner. Gemeint sind Features wie das Zurückspulen eines laufenden Livestreams oder der Taktik-Blick und die Coach-Cam, die der ZDF-Player bereits anbietet. „Gerade im öffentlich-rechtlichen Bereich sind aber auch noch viele ältere Geräte im Umlauf“, so Diesner. „Da sind dann zwar nicht alle Funktionen integriert, aber es läuft auch auf diesen Geräten.“

Getüftelt wird am Streaming der Zukunft derzeit noch in einem Wohnhaus auf der Hardt. Aber netTrek ist auf Wachstumskurs, sucht weiter Mitarbeiter und plant noch in diesem Jahr den Umzug in den neuen Firmensitz auf dem ehemaligen Zechengelände.

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