Ast fällt auf Auto: So sollten Geschädigte vorgehen

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Äste haben drei Autos an der Alleestraße stark beschädigt. Der Baum gehört der Stadt. Wie Geschädigte sich richtig verhalten, wann die Stadt haftet und wann nicht, haben wir nachgefragt.

Dorsten

, 07.06.2019 / Lesedauer: 3 min

Zunächst sollten die Geschädigten die Polizei rufen. „Dann ist der Vorfall ordentlich dokumentiert. Außerdem besteht ja eine Gefahrensituation im öffentlichen Straßenverkehr, die abgesichert werden muss. Sofern die Feuerwehr dann noch nicht vor Ort ist, informieren wir sie“, erklärte Michael Franz, Sprecher der Kreispolizeibehörde Recklinghausen.

War der Abbruch absehbar?

Anschließend sollte man die Stadt informieren. Der richtige Ansprechpartner ist das Justiziariat, zu dem man sich über die zentrale Rufnummer (02362) 660 verbinden lassen kann. Ein Anruf reicht laut Stadt aus, es muss kein schriftlicher Antrag gestellt werden. Die Stadt Dorsten leitet den Fall an ihre Versicherung weiter, die dann prüft. „Allein durch das Vorhandensein von Bäumen und einen spontanen Ausbruch entsteht zunächst keine Schadensersatzpflicht“, betont Stadtsprecher Ludger Böhne.

Bei Schäden durch Bäume stehe im Blickpunkt, ob die Stadt ihren Kontroll- und Sicherungspflichten in ausreichendem Maße nachgekommen sei und ob der Ausbruch absehbar gewesen wäre. „Nur dann hätte die Stadt (nicht der Baum) einen Schaden verursacht, für den sie ersatzpflichtig ist.“

Ist der Ast Totholz?

Ein Indiz dafür ist laut Stadt, ob es sich bei einem ausgebrochenen Ast um Totholz handelt. „Dies ist in der Vegetationsperiode auf den ersten Blick leicht feststellbar: Tote Äste haben keine Blätter. Allerdings muss auch dies noch kein Beleg sein für eine mangelhafte Überprüfung. Wenn der Ast durch einen Pilzbefall oder einen anderen Schädling abgestorben ist, kann dies kurzfristig und erst nach der letzten Kontrolle eingetreten sein. Insofern ist auch die Konstellation vorstellbar: Totholz ist vorhanden, es liegt aber dennoch keine mangelhafte Kontrolle vor. Darum ist es wichtig, auch die Ursachen des Ausbruchs zu ergründen“, so Ludger Böhne.

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Behalten müssen die Geschädigten den Ast als Beweismittel nicht. Fotos von der Situation reichen laut Stadt aus.

Ob ein Gutachter hinzugezogen wird, entscheidet die Versicherung. Zwingend sei das nicht; eine Entscheidung könne auch ohne einen Gutachter getroffen werden. „Bleibt der Fall zwischen der Versicherung der Stadt und dem Geschädigten (bzw. dessen Versicherungen) strittig, kann es auch zu einem zivilrechtlichen Verfahren kommen. Auch hier könnte unter Umständen ein Gutachter hinzugezogen werden.“

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