Asylbewerber gab Selbstmordpläne auf

Am Alten Petrinum

Ein 33-jähriger Mann hat am Freitagmorgen gedroht, vom Dach einer Flüchtlingsunterkunft an der Bochumer Straße in Dorsten zu springen. Nach zwei Stunden brach er sein Vorhaben ab. Die Hintergründe sind völlig unklar.

Dorsten

, 27.01.2017, 11:27 Uhr / Lesedauer: 1 min
Asylbewerber gab Selbstmordpläne auf

Mehr als zwei Stunden dauerte der Einsatz an der Flüchtlingsunterkunft.

Ein Großaufgebot von Polizei und Feuerwehr sperrte die Unterkunft am Morgen weiträumig ab. Während die Feuerwehr ein Sprungpolster bereit hielt, versuchten Fachleute der Polizei mit Hilfe eines Dolmetschers, den Mann zur Aufgabe zu bewegen. Nach zwei Stunden, gegen 8.45 Uhr, war er in Sicherheit.

Nach Angaben der Bezirksregierung Münster handelt es sich um einen allein reisenden Flüchtling algerischer Abstammung, der "bisher stets gesagt hat, er fühle sich wohl in Deutschland", sagte Thomas Drewitz, Sprecher der Bezirksregierung Münster, am Freitag. "Eine Entscheidung des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge hinsichtlich seines Asylantrages liegt dem Mann noch nicht vor."

Polizeisprecher Michael Franz (Recklinghausen) bestätigte auf Nachfrage, dass ein Spezialeinsatzkommando angefordert worden war, aber nicht mehr eingreifen musste. "Der Mann ist freiwillig vom Dach gekommen." Der Flüchtling befindet sich nun in ärztlicher Betreuung. Warum der Mann einen Selbstmord angedroht hat, ist laut Bezirksregierung unklar.

Das Alte Petrinum an der Bochumer Straße ist schon seit 2015 Landesunterkunft für Flüchtlinge. Von den 300 Plätzen sind derzeit 234 belegt, bestätigte die Bezirksregierung Münster. 

Wir haben uns entschieden, in der Regel nicht über Selbsttötungen oder -absichten zu berichten - außer sie erfahren durch die Umstände besondere Aufmerksamkeit. Der Grund für unsere Zurückhaltung ist die hohe Nachahmerquote nach jeder Berichterstattung über Suizide. Wenn Sie sich selbst betroffen fühlen, kontaktieren Sie bitte umgehend die Telefonseelsorge (). Unter der kostenlosen Hotline 0800-1110111 oder 0800-1110222 erhalten Sie Hilfe von Beratern, die schon in vielen Fällen Auswege aus schwierigen Situationen aufzeigen konnten.

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