Aufsicht erkannte Spielhallen-Räuber am After Shave

Vier Jahre Haft

Er war maskiert, er hatte ein Messer und er verströmte einen verräterischen Duft: Sechs Monate nach einem Spielhallen-Überfall an der Essener Straße ist der Täter am Montag in Essen zu vier Jahren Haft verurteilt worden. Die Aufsicht hatte den Dorstener (24) damals an seinem After Shave als Stammgast „erschnuppert“.

Dorsten/Essen

von Werner von Braunschweig

, 18.07.2016, 15:46 Uhr / Lesedauer: 1 min

„Ich habe ihn sofort erkannt. Einmal an seiner Stimme, aber vor allem an seinem After Shave. Er hat ja immer sehr gut gerochen, als er vorher zu uns in die Spielhalle kam“, erinnerte sich die überfallene Frau. Als die 52-Jährige sich noch einmal die wohl dramatischsten Minuten ihres Lebens ins Gedächtnis rief, zitterte sie und brach leise in Tränen aus. „Ich verstehe das bis heute nicht“, sagte das Opfer kopfschüttelnd. „Er war doch immer so ein netter und angenehmer Gast.“

Aufsicht mit einem Messer bedroht

Mit einem Messer hatte der Täter die Angestellte am späten Abend des 15. Januar 2016 in Angst und Schrecken versetzt. Der 24-Jährige hatte sich vor der Tür eine Maske über das Gesicht gezogen, war in die Spielhalle gestürmt und hatte die Aufsicht bedroht. Erst musste die Frau ihm Geldscheine aus der Kasse aushändigen, dann dirigierte der 24-Jährige sein Opfer durch Klopfen mit dem Messer auch noch dazu, die Schublade mit dem Münzgeld zu öffnen.

Die Aufsicht musste sich nach der Tat in psychologische Behandlung begeben und war lange Zeit krank geschrieben. Letztendlich hatte sie seit wenigen Tagen sogar endgültig ihren Job verloren. Die Entschuldigung des zeitweise ebenfalls leise vor sich hin weinenden Angeklagten („Es tut mir sehr leid“) nahm die 52-Jährige mit den Worten an: „Das glaube ich dir sogar.“ Der Täter bat danach zwar auch noch, sein Opfer einmal kurz umarmen zu dürfen, doch das ließen die Richter am Essener Landgericht dann doch nicht zu.

Er hatte sein letztes Geld verzockt

Der Dorstener hatte in seinem Geständnis berichtet, dass er am fraglichen Abend kurz zuvor sein letztes Geld verzockt hatte. Nur deshalb sei er auf die Idee gekommen, seine Stamm-Spielhalle zu überfallen. „Ich habe die Frau zur Kasse gezogen, dann habe ich das Messer rausgeholt“, sagte der Angeklagte. Bei dem Überfall hatte er rund 300 Euro erbeutet. 

Lesen Sie jetzt