Mehr Polizeibeamte sollen kommen - was hat Dorsten davon?

rnAus dem Innenministerium

Das Innenministerium kündigt an: Fast alle Polizeibehörden erhalten 2020 mehr Personal. Was das für die Wache in Dorsten heißt, konnte die Polizei aber nicht an Zahlen festmachen.

Dorsten

, 17.07.2020, 07:50 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nahezu alle Polizeibehörden profitieren von erhöhten Einstellungszahlen, hat Innenminister Herbert Reul am Donnerstag mitteilen lassen und auf die „Belastungsbezogene Kräfteverteilung 2020“, kurz BKV, im Land hingewiesen. „Im Schnitt erhält jede der 47 Kreispolizeibehörden im Land knapp zwölf Stellen mehr“, sagt das Ministerium.

Zwölf neue Stellen für die elf Städte in der Kreispolizeibehörde Recklinghausen, zu der Dorsten gehört, dürften sich im Straßenbild oder in den Wachen aber wohl nicht abzeichnen. Andreas Wilming-Weber, Polizeisprecher, relativierte am Donnerstag auf Anfrage die Ankündigungen aus Düsseldorf: „Die BKV ist eine Rechenformel. Sie wird alljährlich für jede Behörde neu ermittelt.“

Formel orientiert sich an örtlichen Gegebenheiten

Die Formel orientiert sich an Einwohnerzahlen, tatsächlicher Arbeitsbelastung, am Kriminalitäts- und Unfallgeschehen in den Gemeinden. „Wir können aus den KBV-Zahlen lediglich ablesen, was uns wahrscheinlich erwartet“, so Wilming-Weber. Was dann aber am Einstellungstag oder Wechseltag 1.9. personell tatsächlich in den Behörden geschieht, stehe auf einem anderen Blatt.

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„Beamte, die versetzt werden wollen, junge Polizeibeamte, die ihre Prüfungen absolviert haben und in den einzelnen Bereichen neu dazukommen und Quereinsteiger, die zur Entlastung der Polizeibeamten eingestellt werden oder aber Kollegen, die in Pension gehen - was wirklich auf die Kreispolizeibehörde Recklinghausen zukommt, damit beschäftigen wir uns erst in der kommenden Woche“, sagte Wilming-Weber. Deshalb sei es unmöglich, zum jetzigen Zeitpunkt konkret etwas über die personelle Besetzung etwa in der Wache Dorsten, im Streifendienst oder in den anderen Tätigkeitsfeldern zu sagen. „Das Personalkarussell wird erst im September in Gang gesetzt.“

So könnte die Ankündigung aus Düsseldorf vielleicht doch die Erwartungen der Bürger enttäuschen. Denn „erhöhte Einstellungszahlen“ erzeugen in den Köpfen sicher ein anderen Bild.

Sichtbar sind in Dorsten die Bezirksbeamten

Der Dorstener Bürger wird auch nach dem Stichtag 1. September wahrscheinlich nicht erkennen können, dass Dorsten von der vom Ministerium ankündigten Aufstockung des Personals profitiert hat.

Die einzigen Beamten, die für die meisten Bürger sichtbar in ihren Ortsteilen unterwegs sind, sind die Bezirksbeamten. Erst 2017 haben zwei neue Bezirksbeamte, Rüdiger Ostwald in Hervest und Kurt Riße in Lembeck/Rhade, ihren Dienst angetreten. Peter Hesse ist für Altstadt, Altendorf-Ulfkotte und Feldmark zuständig, Andreas Müller für Hardt/Östrich, Ursula Sommer für Holsterhausen, Jürgen Strauß für Barkenberg und Michael Weßeling für Wulfen/Deuten.

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