Ausgesetzter Hunde-Opa: Vom Häufchen Elend zum großen Charmeur

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Sein Schicksal rührte die Herzen: Völlig abgemagert und verwahrlost war der Pudel-Mischling, der vor ein paar Monaten im Tierheim Dorsten abgegeben wurde. Unglaublich, wie es ihm heute geht.

Dorsten

, 20.04.2020, 19:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Als sein trauriges Schicksal überregional bekannt geworden war, rührte es viele Herzen: Im August 2019 war es, als ein kleiner ausgesetzter Pudel-Mischling in einem bemitleidenswerten Zustand im Dorstener Tierheim abgegeben wurde. Der völlig vernachlässigte, entkräftete und verfilzte 15 Jahre alte Rüde war damals in der Schollbrockstraße aufgegriffen worden.

Da der Hund schlechte Blut- und Nierenwerte aufwies, räumten ihm Tierärzte und -Pfleger anfangs nur wenig Überlebenschancen ein. Wie durch ein Wunder und dank der unermüdlichen Pflege von Julia Förster geht es dem Hunde-Senior aber wieder blendend.

Bezaubernder Vierbeiner

„Er rennt herum, als wäre er erst zwei Jahre alt“, sagt die 29-Jährige, die seit 2014 als hauptamtliche Tierpflegerin im Tierheim Dorsten an der Ellerbruchstraße tätig ist und den „lieben und bezaubernden“ Vierbeiner bei sich Zuhause aufgenommen hat.

„Ich habe in den letzten zehn Jahren bei meiner Arbeit schon viel erlebt“, erzählt Julia Förster, „aber noch nicht, dass ein Tier in so einem schlimmen Zustand war.“ . Glücklicherweise konnte der Vierbeiner noch Nahrung zu sich nehmen, sonst wäre er schnell verstorben. „Aber noch immer bekommt er jede Menge Medikamente.“

Opa P. mit seiner Kuschelfreundin: die elf-jährige Chihuahua-Hündin Fufu.

Opa P. mit seiner Kuschelfreundin: die elfjährige Chihuahua-Hündin Fufu. © Privat

Seine damaligen Besitzer, die den Hund wohl auf Grund einer Familienfehde aussetzten, hatten den Vierbeiner Percy genannt, im Tierheim bekam er den Namen Peter. „Der gefielt mir aber nicht“, gesteht Julia Förster.

Deswegen wird der alte Hunde-Mann nun von allen „Opa P.“ gerufen. „Er ist ein ganz schlaues Kerlchen“, sagt sein Frauchen. „Er klopft mit der Nase an den Napf, wenn er fressen oder trinken will.“

Mit modischer Hundekleidung

Und zudem ist „Opa P.“ ein „liebes Kerlchen“. Schon als er damals abgemagert im Tierheim abgeliefert wurde, habe er immer kuscheln wollen. „Doch er hatte verfaulte Zähne, der Eiter lief ihm aus dem Maul, da war an Nähe nicht zu denken“, sagt sein Frauchen.

Inzwischen sind Opa P. alle Zähne gezogen worden, er hat zugenommen und trägt je nach Wetterlage gerne mal modische Hundekleidung.

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Kein Wunder, dass Opa P. im Tierheim-Team „Everybody`s Darling ist“. Und seit Kurzem hat der betagte Charmeur sogar eine feste Freundin: die elfjährige Chihuahua-Dame „Fufu“, mit der er sich das Körbchen teilt.

Nicht gerne allein

„Seitdem kann ich auch mal in Ruhe etwas machen, ohne dass er mir ständig hinterherläuft“, sagt Tierpflegerin Julia Förster. „Er hat nämlich totale Verlassens-Ängste und kommt überhaupt nicht gut alleine klar.“

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