Auswanderin Susanne Filippin entwirft Yoga-Mode in Sri Lanka

rnPorträt

Die Dorstenerin Susanne Filippin hat in Sri Lanka eine Firma für Bekleidung aufgebaut. Sie entwirft bezaubernde Yoga-Mode- auch aus Plastikflaschen. Ein Porträt.

von Barbara Seppi

Dorsten, Sri Lanka

, 05.08.2020, 14:30 Uhr / Lesedauer: 3 min

Es ist schon vier Jahre her, dass ich Susanne Filippin zum ersten Mal begegnet bin. Bezeichnenderweise in Venedig, einem Ort, den ich liebe und der auch für mich schon ein Zuhause war. Allerdings hat selten jemand so gut in diese Stadt gepasst wie Susanne, das kann ich beurteilen. Wir hatten uns in einem Café verabredet, und dann kam sie die „Calle“, die Gasse, entlang. Elegant, aber ohne Überheblichkeit, zeitlos schön, aber nicht oberflächlich, eine Aura, in der sich tausend Geschichten verstecken, genau wie in der „Serenissima“.

Ihr wurde die Welt in die Wiege gelegt

Susanne ist in Dorsten geboren und aufgewachsen, aber ihr wurde die Welt in die Wiege gelegt, die Bestimmung, an einem anderen Ort die Erfüllung zu finden. „Als Kind schaute ich oft den Wolken hinterher und fragte mich, wohin sie wohl ziehen.“ Neugier und Offenheit lassen sie mit ihrem Mann Antonio Filippin auf die Seychellen gehen, Freiheitsdrang später allein mit den Kindern weiter nach Bali und Sri Lanka. Susanne fühlt sich dem Fernen Osten nah, die Philosophie nach dem Streben von Einklang der Natur und dem eigenen Ich, Meditation und Yoga, das ist ihre Welt.

Essen statt Sri Lanka, das konnte nicht lange gut gehen

Sie arbeitet für Hotelketten, als Reiseleiterin, als Einkäuferin, Englisch wird ihre Alltagssprache, die Kinder gehen auf Internationale Schulen. Dann werden Bürgerkrieg und Tsunami doch zu viel und es gibt eine Rückkehr nach Europa. Nach Deutschland. Schnell findet sie Arbeit in einem Betrieb, in dem Fremdsprachen und Erfahrung im weltweit vernetzten Vertrieb honoriert werden. Essen statt Sri Lanka, das konnte nicht lange gut gehen. „Es ist nicht böse gemeint, aber das Ruhrgebiet mit seiner Hektik, dem grauen Himmel und der Kälte, das ist nichts mehr für mich“. Erstaunlich, die Firma ermöglicht ihr ein „Homeoffice“ in Venedig. Italien, das Land ihres Ex-Mannes, ihre Schwägerin Donatella in Siena, das ist auch ein Stück Zuhause für Susanne, die perfekt Italienisch spricht.

Die Dorstenerin Susanne Filippin hat auf Sri Lanka eine eigene Firma für Bekleidung aufgebaut.

Die Dorstenerin Susanne Filippin hat auf Sri Lanka eine eigene Firma für Bekleidung aufgebaut. © privat


Passion für Yoga

Hier, im kleinen Apartment hinter dem Markusplatz mit Blick auf einen der unzähligen Kanäle, einer Brücke und der Kirche „Chiesa dei Greci“ reift die Idee einer eigenen Aktivität. Die Passion für Yoga und ein natürliches Gespür von Ästhetik erschaffen „Aman.Vas“, Yoga-Bekleidung, bequem und gleichzeitig von subtiler Schönheit. Der Name ihres Unternehmens ist nicht willkürlich gewählt. „Aus dem alten Sanskrit übersetzt bedeutet Aman.vas Frieden, Ruhe, Stille und Leichtigkeit, Lieben, Leben, Tragen und Wohnen“. Zwei einfache Wörter, ein Universum, das passt zu Susanne. Genau wie die Rückkehr nach Sri Lanka vor einem Jahr. Produziert wird die Bekleidung sozial und umweltfreundlich in kleinen Familienbetrieben auf Bali, Verkauf und Marketing ist über das Internet global ausgerichtet, warum also in Europa bleiben.

Liebe und Wertschätzung der Natur

Ein weiterer Baustein fügt sich hinzu, Susannes Liebe und Wertschätzung der Natur kann in die Produktion integriert werden. Der Hauptbestandteil der neuesten Kreation Mysore, ein Yoga-Outfit mit dem elefantenköpfigen Lord Ganesh, sind aus einem Garn, das aus recycelten PET-Flaschen gewoben wird. „Es ist fantastisch zu wissen, dass mit jedem Mysore Outfit 35 Plastikflaschen aus der Erde zurückgeholt werden“. Oder den Weltmeeren. Good Karma, Great Practise – eine Ausgeglichenheit, die man Susanne Filippin ansieht.

Mit Sohn Emil Seppi, damals 15, hatte Susanne Filippin 2016 sofort ein gutes Feeling, obwohl sich die beiden noch nie zuvor begegnet waren.

Mit Sohn Emil Seppi, damals 15, hatte Susanne Filippin 2016 sofort ein gutes Feeling, obwohl sich die beiden noch nie zuvor begegnet waren. © Barbara Seppi

Genau genommen war es etwas geflunkert, dass wir uns 2016 zum ersten Mal sahen. Susanne und ich sind ein Geburtsjahrgang, 1963, und waren tatsächlich für ein Jahr gemeinsam in der St.-Bonifatius-Grundschule Holsterhausen. Aber das hatte ich irgendwie vergessen, denn die Wege kreuzten sich nur kurz. Sich nach einem halben Leben ausgerechnet in Italien wiederzutreffen, hatte etwas Anrührendes. Ihre innere Ruhe bewundere ich sehr, es scheint mir etwas Erstrebenswertes. Mit meinem Sohn Emil, damals 15, hatte sie sofort ein gutes Feeling, obwohl sich die beiden noch nie zuvor begegnet waren. Susanne hat die Gabe, Menschen strahlen zu lassen. Ich glaube, ich werde mit Yoga beginnen.

Wer Susanne Filippins Yoga-Outfits bestellen oder ihren Newsletter abonnieren möchte, kann das einfach auf der Webseite www.amanvas.com tun. Sie freut sich über Grüße aus der alten Heimat.

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