Bäckerei geht die Puste aus: Nachfolger für das Essener Tor gesucht

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Die Brötchen und Backwaren der Bäckerei Ernsting an der Essener Straße 16 haben den Dorstenern neun Jahre gut geschmeckt. Wegen Corona ist der Filiale in Dorsten die Luft ausgegangen.

Dorsten

, 14.08.2020, 04:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit Kurzem bietet T5-Immobilien der Tempelmann-Gruppe ein besonderes Lokal an einer prominenten Schnittstelle in der Dorstener Altstadt im Internet zur Weitervermietung an: In der Essener Straße 16 (Essener Tor) wird ein Nachfolger für die Bäckerei Ernsting gesucht.

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„Wir würden gerne nach Absprache mit der Firma Ernsting die Last des Unternehmens mindern, die sich in der Corona-Zeit aufgetürmt hat“, sagt T5-Geschäftsführer Frank Balster auf Anfrage der Redaktion. Das sei der Grund für die aktuelle Ausschreibung des Ladenlokals samt Inventar.

160 Quadratmeter Gesamtfläche

Das Inventar steht zurzeit unbenutzt auf 160 Quadratmetern Gesamtfläche herum, inklusive leergeräumter Verkaufsvitrine. In guten Zeiten stand die Kundschaft vor der Theke Schlange, um sich morgens oder mittags ein frisch belegtes Brötchen mitnehmen zu können oder ein Frühstück als Einstieg in den Tag zu ordern. Die Lage ist nämlich gut. Etliche Dienstleister sind rund um das Essener Tor mit einer Vielzahl von Mitarbeitern zu Hause, die sich morgens, mittags oder spätnachmittags einen leckeren Happen gönnen.

Stammsitz der Firma ist in Voerde

Die Bäckerei Ernsting hat ihren Hauptsitz in Voerde. Mit Dorsten unterhält sie 20 Filialen zwischen Hamminkeln, Wesel, Voerde und Marl. Corona brachte das Geschäft mit frischen Brötchen, Broten und Backwaren zum Erliegen.

Als die Bäckerei wieder eröffnen durfte, war das nur unter den allgemeinüblichen strengen Auflagen möglich. Ohne Cafebetrieb und Außengastronomie war Ernsting an der Essener Straße allein von der Laufkundschaft abhängig - das hat sich wohl nicht gerechnet.

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Frank Balster versucht jedenfalls, der Firma Ernsting den Rückzug aus Dorsten so leicht wie möglich zu machen. Seit 2011 ist die Bäckerei in Dorsten beheimatet gewesen. Sie war Nachfolgeunternehmen eines Subway-System-Gastronomiebetriebes. Subway warf nach nur zwei Jahren Aufenthaltszeit an der Essener Straße das Handtuch. Davor war das Lokal ein Kaffeehaus - das Dorsten ebenfalls nicht lange erhalten blieb.

Ludger Ernsting war bei der Standortanmietung 2011 überzeugt, dass seine Bäckerei in Dorsten Fuß fassen kann: „Es war Liebe auf den ersten Blick“, sagte der Unternehmer seinerzeit unserem Reporter. In dem Gebäude sah er das Geschäftsmotto von Ernsting, „Tradition und Kultur“, widergespiegelt.

250.000 Euro in Inneneinrichtung investiert

Gut 250.000 Euro hatte Ludger Ernsting in die Inneneinrichtung investiert, um Kaffeehaus-Atmosphäre zu schaffen. Also gute Bedingungen für ein Nachfolgeunternehmen, das nahtlos in die Immobilie einsteigen könnte. Imping, so Frank Balster, habe auf Anfrage leider abgewunken.

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