Bäume weichen Caritas-Altenwohnungen

Anwohner sauer

Entsetzt über die Abholzaktion auf dem Privatgrundstück der Caritas zeigt sich die Hardter Bürgerin Anna Mitchell. Sie beklagt die mangelhafte Information der unmittelbaren Anlieger und prangert „das Ausmaß der Zerstörung auf dem Gelände“ an.

Hardt

, 14.02.2017, 13:50 Uhr / Lesedauer: 1 min

"Die Stadt ist nicht übertrieben interessiert gewesen, die Bürger zu beteiligen", sagt Anna Mitchell, Anwohnerin der Hafen-/Droste-Hülshoff-Straße. Am Dienstag hat die Caritas auf ihrem weitläufigen 20000 Quadratmeter großen Grundstück am Wesel-Datteln-Kanal zahllose Bäume abholzen lassen, um Platz für 65 geplante Altenwohnungen in lockerer, zweigeschossiger Bauweise zu schaffen. "Das ist alles mit der Stadt abgestimmt worden und vom Rat genehmigt", sagte Caritas-Geschäftsführer Klaus Schrudde gestern auf Anfrage. Anliegerin Anna Mitchell beklagt indes den mangehaften Informationsfluss: "Bei einem Bauvorhaben dieser Größenordnung erwarte ich, dass die Leute, die hier wohnen, umfassend informiert werden." Das sei nicht geschehen.

Viele Informationsmöglichkeiten

Stadtpressesprecherin Lisa Bauckhorn verwies auf mehrere Möglichkeiten, sich als Anlieger über das geplante Bauprojekt der Caritas zu informieren: "Alle Anlagen zur Bauleitplanung stehen im Ratsinformationssystem zur Verfügung. Man kann aber auch über die Google-Suchmaschine unter dem Stichwort ‚Bauvorhaben Hafenstraße Dorsten' fündig werden."

Anna Mitchell hält entgegen: "Wenn man so etwas nicht gezielt sucht, wird man auch nicht fündig." Sie und ihr Mann seien beruflich stark eingespannt gewesen: "Wenn wir früher informiert gewesen wären, hätten für etwas dagegen unternommen." Das Ausmaß des Bauvorhabens habe sie erst erahnen können, als die Bäume schon gefällt waren: "Mir kann keiner erzählen, dass das ganze Projekt der Caritas nicht doch eine Nummer kleiner hätte ausfallen können unter Berücksichtigung eines großen Teils des vorhandenen Baumbestandes."

Nicht schützenswert

Den hat ein Gutachter übrigens, bis auf wenige Ausnahmen (13 zu erhaltende Einzelbäume werden genannt), nicht als schützenswert betrachtet. Das steht in einer Vorlage des Umweltausschusses, der die Prüfung der Umweltbelange im Januar zustimmend zur Kenntnis genommen hat. Es seien überwiegend Birken gefällt worden, sagte Caritas-Geschäftsführer Klaus Schrudde. "Die sind auf dem belasteten Untergrund nicht gut gediehen."

 

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