Bankräuber muss neun Jahre hinter Gitter

22-Jähriger legte Geständnis ab

Kurzen Prozess machte das Essener Landgericht am Dienstag mit dem Mann, der im September 2015 die Sparkassenfiliale an der Halterner Straße überfallen hatte. Zuvor hatte der 22-Jährige versucht, seine Tat zu erklären.

Dorsten/Essen

von Martin von Braunschweg

, 19.07.2016, 17:20 Uhr / Lesedauer: 1 min
Bankräuber muss neun Jahre hinter Gitter

Spezialisten der Kripo sicherten nach dem Banküberfall im September am Tatort Spuren.

Der junge Dorstener wurde nach einem umfassenden Geständnis zu neun Jahren Haft verurteilt. Trotz seines jungen Alters gilt der Angeklagte bereits als Serientäter, der sich bislang als unbelehrbar erwiesen hat. „Ich bin fassungslos“, sagte Richterin Gabriele Jürgensen und blickte auf die prall gefüllte Vorstrafenakte des Angeklagten. „Sie haben mit 22 Jahren schon so viele Menschen in Furcht und Schrecken versetzt…“

10.000 Euro erbeutet

Auch die beiden Angestellten der Sparkasse ahnten natürlich nicht, dass der 22-Jährige lediglich eine ungeladene Softair-Pistole in den Händen hielt, als er den Schalterraum betrat. Aus Angst um ihr Leben gaben die beiden Männer dem Räuber rund 10.000 Euro und sahen zu, wie der Mann verschwand. Lange konnte sich der Dorstener allerdings nicht an der Beute erfreuen. Schon wenige Tage später gelang der Polizei der Zugriff.

Im Prozess bemühte sich der Angeklagte am Dienstag sichtlich, die beiden Zeugen um Verzeihung zu bitten. Schon aus der Haft heraus hatte er einen Brief geschrieben, in dem er versucht hatte, seine Tat zu erklären. Er bezeichnete den Überfall darin aus „verzweifelten Versuch, mein mir entglittenes Leben durch Geldmittel aufzuwerten“. Auf Nachfrage, was das bedeuten solle, sagte er am Dienstag: „Ich brauchte einfach Geld. Ich wollte so wie vorher nicht weiterleben.“

"Beim nächsten Mal reden wir über Sicherungsverwahrung" 

Wegen seiner vielen Vorstrafen wird der Dorstener nun nicht unbedingt damit rechnen dürfen, seine Haftstrafe vorzeitig auf Bewährung beenden zu können. Das bedeutet: Er wird sich auf eine sehr lange Zeit hinter Gittern einstellen müssen. Eine Zeit, in der er nach Ansicht von Richtern und Staatsanwalt unbedingt an sich und seiner Einstellung arbeiten muss.

Denn: „Beim nächsten Mal reden wir über die Sicherungsverwahrung“, sagte der Staatsanwalt in seinem Plädoyer. Die Verteidigerin sieht indes schon jetzt erste Anzeichen der Besserung: „Früher hat er zusammen mit den Raubtaten auch sehr oft Körperverletzungen verübt. Das ist jetzt nicht mehr der Fall.“ 

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