"Begnadeter Esser" kochte und plauderte

Helmut Gote

Bei seiner Geburt wog er 4600 Gramm und war, laut eigener Aussage, schon als Baby „ein begnadeter Esser“. Helmut Gote, bekannt als „WDR 2 Chefkoch“, kochte und plauderte am Freitagabend in der Petrinum-Aula und ließ die Besucher seine Kreationen probieren.

DORSTEN

, 15.03.2015, 13:28 Uhr / Lesedauer: 2 min
Testesserin Rosemarie Hemmert fand den von Helmut Gote Blumenkohl zwar sehr lecker, ihr fehlte aber die Butter und noch etwas Salz.

Testesserin Rosemarie Hemmert fand den von Helmut Gote Blumenkohl zwar sehr lecker, ihr fehlte aber die Butter und noch etwas Salz.

Auf seiner „Einfach Gote Tour 2015“ erzählte der gelernte Journalist und ehemalige Restaurantkritiker des Kölner Stadtanzeigers leicht und locker aus seinem Leben. Kochen ist für ihn eine sinnliche Sache. „Das ist aber leider durch die technische Ausrüstung vieler TV-Shows in vielen Küchen verloren gegangen“, findet Gote: „Umso mehr Technik wir in der Küche haben, umso weniger steht der Spaß beim Kochen im Vordergrund.“ Schon beim Einkaufen fange die Sinnlichkeit an, so Gote: „Einen frischen Blumenkohl in den Händen halten und den Geruch einatmen, das alleine ist ein schöner und sinnlicher Prozess.“

Rezepte aus der Kindheit

Während der Blumenkohl in der Pfanne leise vor sich hin schmorte, schwärmte Gote über die tollen Rouladen seiner „Omma“. Kramte in der Erinnerungskiste seiner Jugend. Erzählte über seine ersten Schritte als angehender Koch am heimischen Herd neben seiner Mutter. Rezepte aus seiner Kindheit haben einen großen Stellenwert in Gotes Küche. Seine Varianten sind allerdings leichter, es fehlen fette Soßen und schwere Dressings. „Ich bevorzuge frische Gewürze, unterschiedliche Pfefferarten, gutes Salz, also kein Industriesalz, und brauche keine Sauce hollandaise, um aus einem frischen Blumenkohl das Beste herauszuholen“, so Gote. Der Blumenkohl erhielt an diesem Abend durch eine Prise Kreuzkümmel eine besondere Note. Neben geschmorten Blumenkohl gab es noch einen Avocado-Salat mit Mandarinen. Hier blieb Gote ebenfalls seinem Motto treu: „Ein Salatblatt muss nicht von einem schweren Dressing erschlagen werden, damit es schmeckt. Die Symbiose zwischen süß, sauer, nussig-fettig und knackig entfaltet alle unsere Geschmacksnerven und jede Zutat kommt so voll zur Geltung.“

"Mir fehlt noch etwas Salz"

Auf die Frage nach seiner Leibspeise muss er gestehen, dass er fast alles, außer Graupensuppe und dicke Bohnen, süßsauer, gerne isst. Gote kocht querbeet, lässt sich inspirieren von der Küche ferner Länder und probiert diese dann am eigenen Herd aus. „Schmeckt klasse und sehr abwechslungsreich. Hätte ich nicht gedacht“, gestand Testesserin Barbara Brylza aus Bottrop. „Mir fehlt hier am Blumenkohl ganz ehrlich gesagt noch etwas Salz“, sagte Rosemarie Hemmert aus Dorsten. Gote: „Das ist kein Problem, denn nachsalzen kann jeder individuell immer. Was aber einmal versalzen ist, kann nicht wieder rückgängig gemacht werden.“

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