Beim Gesundheitstag konnten die Besucher viel über die Gesundheit der Frau lernen

Dorstener Gesundheitstag

Rund um die Gesundheit der Frau drehte sich der 11. Dorstener Gesundheitstag. Brustkrebs, Bindungsförderung zwischen Mutter und Kind, gynäkologische OPs und Inkontinenz waren die Themen.

von Sabine Bornemann

Dorsten

, 24.02.2019, 15:32 Uhr / Lesedauer: 2 min
Beim Gesundheitstag konnten die Besucher viel über die Gesundheit der Frau lernen

Auf reges Interesse stieß der 11. Dorstener Gesundheitstag über "Frauenthemen" am Samstag in der VHS. © Sabine Bornemann

Bernd Sauerwein-Fox, Leiter der VHS, und die stellvertretende Bürgermeisterin und Schirmherrin Christel Briefs wollten beim 11. Dorstener Gesundheitstag medizinische Kompetenz mit Vermittlungskompetenz verknüpfen. Die Referenten sind alle am St.-Elisabeth-Krankenhaus in Dorsten tätig. Sie wählten eine geeignete Sprache ohne viele Fachbegriffe und zeigten anschauliches Bildmaterial, sodass die Laien folgen konnten.

Bluttests zur Früherkennung wurden kritisch eingeordnet

Dr. med. Stefan Wilhelms, Gynäkologe am Brustzentrum, arbeitet bei Diagnostik und Therapie von Brustkrebs eng zusammen mit dem Radiologen Dr. med. Dirk Orban. Heutzutage wird eine erkrankte Brust nach Möglichkeit erhalten. Entscheidend ist, dass man genau die richtige Stelle mit dem Tumorgewebe lokalisiert und während der Behandlung ständig beobachtet. Dazu werden verschiedene Markertechniken und Bildgebungsverfahren eingesetzt. Auch die zurzeit kursierende Nachricht von einem Bluttest zur Früherkennung wurde kritisch eingeordnet: Erst in etwa zehn Jahren könnte diese Methode verbreitet Anwendung finden.

Beziehung von Mutter und Baby

Nach diesem eher bedrückenden Thema befassten sich die Hebamme Claudia Müffler und die Leiterin der Geburtshilfestation Heike Boland mit der Unterstützung einer intensiven Beziehung zwischen Mutter und Baby bei natürlicher Geburt. Glücklicherweise sind die Kaiserschnitte nach Wunschdatum, die sich nicht an der Reife des Kindes orientieren, inzwischen rückläufig. Beide betonten, wie wichtig der erste Hautkontakt direkt nach der Geburt für das nackte Baby sei.

In der Pause bot die begleitende Ausstellung im Foyer die Möglichkeit, manches selbst zu erproben: Highlight war dabei das begehbare Modell einer Gebärmutter mit ersten Anzeichen einer Krebserkrankung.

Beim Gesundheitstag konnten die Besucher viel über die Gesundheit der Frau lernen

Das riesige begehbare Modell einer Gebärmutter mit ersten Krankheitssymptomen interessierte viele Frauen. Hier wird der Gebärmutterhalskrebs dargestellt. © Foto: Sabine Bornemann

Man konnte aber auch Chirurg spielen an einem Trainingstool für Bauchspiegelungen. Ganz praktische Hilfsmittel wurden vorgeführt, z.B. Brustmodelle, in denen man Knoten tasten konnte, oder kosmetische Hilfen nach Operationen durch spezielle Schminke oder Perücken.

Beim Gesundheitstag konnten die Besucher viel über die Gesundheit der Frau lernen

An diesem Trainingstool für die Augen-Hand-Koordination konnte man üben, wie ein Chirurg bei einer minimal-invasiven Operation mit Hilfe von Computer und kleinen Greifern eine „Zyste“ entfernt. © Foto: Sabine Bornemann

Im zweiten Teil der Vortragsreihe erläuterte Dr. med. Simone Sowa (minimal-invasive) Alternativen zum großen Bauchschnitt in der Gynäkologie. Die Einstiche für die Instrumente bei einer modernen Gebärmutter-OP sind nur 5 bis 12 Millimeter groß. So gibt es weniger Schmerzen und schnellere Heilung. Gebärmutter und Blase hängen oft zusammen: Oberärztin Andrea Wachtmeister zeigte auf, wie man der Inkontinenz begegnen kann. Ihr Ziel: „Tanzen soll wieder möglich sein, ohne an die Blase zu denken.“

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