Beliebtes Tisa-Kunstwerk hat einen neuen Standort in Dorsten gefunden

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Die Schutzmantelmadonna der Künstlerin Tisa von der Schulenburg stand lange in der damaligen St. Johannes-Kirche in Dorsten. Nun hat das bei den Bürgern beliebte Werk eine neue Heimat.

Dorsten

, 23.08.2020, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Als die Mitglieder des Pfadfinderstammes von St. Johannes das Werk von Tisa von der Schulenburg enthüllt hatten, raunte am Samstag ein mehrstimmiges „Ooh!“ und „Aah“ durch die Reihen am Rossiniweg. Denn endlich haben die Feldmärker ihre Schutzmantelmadonna wieder - und das auch noch an einem liebevoll mit Blumen und Beeten geschmückten Standort am Stadtsfelder Grüngürtel, der ein „Ort der Begegnung und Besinnung“ werden soll.

Dies kündigt Gerhard Jendrzey, Sprecher der „Ideenfabrik Stadtfeld“, bei der Einweihung an. Die rührige Initiative aus der Feldmark hatte die Anregung von Anwohnern aufgegriffen, das Bronzerelief der Künstlerin, Ordensfrau und Ehrenbürgerin der Stadt Dorsten wieder den Bürgern zugänglich zu machen.

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Die Schutzmantelmadonna zierte viele Jahre lang die St. Johannes-Kirche, war jedoch nach Profanierung des Gotteshauses in einer Lagerstätte des Bistums untergebracht worden.

Dass sie jetzt unweit des früheren Platzes eine neue Heimat gefunden hatte, freute am Samstag insbesondere Altbürgermeister Lambert Lütkenhorst als Vorsitzenden der Tisa-Stiftung. Die errichtet derzeit auf dem Zechengelände das „Tisa-Archiv“, in dem viele weitere Werke der Künstlerin auch Besuchern aus nah und fern präsentiert werden sollen.

Coronabedingt konnten nur 40 geladene Gäste der Feierstunde beiwohnen.

Corona-bedingt konnten nur 40 geladene Gäste der Feierstunde beiwohnen. © Michael Klein

Die Madonna wird dargestellt mit angewinkelten Armen, das Jesuskind tragend, Die unter ihrem Mantel schutzsuchenden Menschen erflehen Hilfe von der Gottesmutter. „Not, Schutz, Angst“ - diese Themen durchziehen immer wieder die Werke von Tisa. „Und sie hat in ihrem Leben auch Schutz suchen müssen, in England, im Ursulinenkloster in Dorsten“, betonte Lambert Lütkenhorst.

„Eine Herzensangelegenheit“

Deswegen sei das „Umzugs-Projekt“ des Bronzereliefs für alle Beteiligten eine „Herzensanlegenheit“ gewesen, sagte Gerhard Jendrzey anlässlich der Enthüllung, die coronabedingt lediglich vor 40 geladenen Gästen stattfinden konnte.

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Gedankt wurde insbesondere der Kirchengemeinde St. Agatha/St. Johannes, der Dorstener Arbeit, dem Verein „Dorsten dankt Dir“ , dem Betonbau-Unternehmen Voßbeck-Elsebusch und Architekt Elmar Figgener, der die Grotte geplant hat, in der das Kunstwerk steht.

„Bank der Begegnung“

Gerhard Jendrzey kündigte an, dass Jugendliche der Evangelischen Jugendhilfe Friedenshort gemeinsam demnächst mit dem Caritasverband auf dem Platz vor der Schutzmantelmadonna einen „Bank der Begegnung“ errichten wollen: als Bestandteil der „Heimatwerkstatt“, die die Stadtagentur und die Ideenfabrik in den kommenden Wochen für das Projekt „Wir im Stadtsfeld - Kunst, Musik, Respekt“ organisieren.

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