Bemerkenswerte Gedenkfeier am 22. März

Pantomime, Ausstellung und Konzert

Eine außergewöhnlich große Zahl von Dorstener Gruppen hat sich in den letzten Monaten immer wieder abgestimmt, um anlässlich des 70. Jahrestages der Bombardierung Dorstens und Wulfens (22.3.1945) eine zeitgemäße Gedenkfeier auf die Beine zu stellen, die jung und alt - uns alle - angeht. Am Sonntag wird das vielfältige Ergebnis mit allen Sinnen erlebbar sein.

DORSTEN

, 16.03.2015, 16:59 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Es ist ein wirklich bemerkenswertes Programm geworden“, dankt Bürgermeister Tobias Stockhoff allen an dem Projekt „Erinnern für die Zukunft“ beteiligten Gruppen. „Ich war selbst sehr betroffen, über die geringe Resonanz der kleinen Gedenkfeier in der St. Agatha-Kirche im letzten Jahr“, begründet Stockhoff sein großes Anliegen, diese einschneidende Zäsur in der Lokalgeschichte wieder mehr ins Bewusstsein zu rücken. Aber wie? „Wichtig ist, die Erinnerung an die Zerstörung mit einem perspektivischen Blick in die Zukunft zu verknüpfen“, freut sich Stockhoff, dass sich auch Jugendliche von fünf Dorstener Schulen aktiv an der Gedenkfeier beteiligen.

Wanderer zwischen den Welten

Die Koordinierung der einzelnen Puzzle-Teile zu einem harmonischen Ganzen übernahm das Amt für Kultur- und Weiterbildung: „Wir waren sozusagen als Wanderer zwischen den Welten tätig“, bemühte sich Amtsleiterin Sabine Podlaha, die unterschiedlichen Vorstellungen der Vereine, Kirchenverbände und Schulen zu bündeln.

Erwachsen ist die Veranstaltung aus dem Geschichtsprojekt „Erinnern für die Zukunft“, das Anfang 2014 auf Initiative von Geschichtslehrer Dr. Josef Ulfkotte am Gymnasium Petrinum startete (wir berichteten). Die Schüler stellen am kommenden Sonntag ihre Ausstellung und einen kurzen Film darüber anlässlich der Gedenkfeier der Öffentlichkeit vor.

Silhouetten von Menschenkörpern

Vorher (ca. 14 Uhr) werden Schüler in mehreren Aktionen an die Bombardierungsopfer und die Schrecken des Krieges erinnern: Sie zeichnen mit Kreide auf das Marktplatzpflaster Silhouetten von Menschenkörpern, Ursulinen-Schüler führen eine Pantomime auf, stellen Texte und Bilder auf dem Kirchplatz aus. Mit der Frage „Was kann ich zum Frieden beitragen“ beschäftigten sich die Erich-Klausener-Realschüler. Ihre Antworten und Überlegungen sind auf den Tafeln zu sehen, die einige Geschäftsleute in ihrer Auslage ausstellen.

Projekt-Präsentation

Gegen 14.30 Uhr beginnt die Gedenkfeier in St. Agatha mit einer Andacht und einer Gedenkrede des Bürgermeisters. Anschließend werden die Petrinum-Schüler die Ergebnisse ihres Geschichtsprojekts vorstellen. Bevor „Cantus Dorsten“ unter Leitung von Kantor Dr. Hans-Jakob Gerlings das Konzert „Wie liegt die Stadt so wüst“ anstimmt (ca. 16.30 Uhr), besteht noch die Gelegenheit, sich mit den Schülern über das Projekt zu unterhalten und sich die Passion-Ausstellung von Otto Pankok anzuschauen. 

Die Gedenkfeier in Wulfen beginnt am 22. März um 9.30 Uhr mit einem Hochamt in der St. Matthäus-Kirche. Um 10.45 Uhr wird die Ökumenische Gedenkfeier auf dem Friedhof in Wulfen stattfinden.

In Dorsten- Altstadt beginnt das Gedenken um 14 Uhr mit Jugend-Aktionen auf dem Marktplatz. Um 14.30 Uhr: Gedenkfeier in der St. Agatha-Kirche. Anschließend Konzert von Cantus Dorsten (ca. 16.30 Uhr).

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