Bengalkatzen in Dorsten gefunden: Die Exoten wollen keine Mimosen als Mitbewohner

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Bis in die Schweiz hat sich die Nachricht verbreitet, dass in Dorsten vier Bengalkatzen gefunden wurden. Die Samtpfoten sind nun im Tierheim. Künftige Besitzer sollten ein paar Dinge wissen.

Wulfen

, 24.01.2020, 04:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mitarbeiter des Streunerkatzen-Projektes Dorsten haben am vergangenen Dienstagnachmittag vier Rassekatzen in Wulfen in der Nähe des Munitionsdepots eingefangen. Bei den Katzen handelt es sich um drei weibliche Tiere und einen Kater und sie befinden sich derzeit alle in Quarantäne.

Conny Sander vom Streunerkatzen-Projekt Dorsten hatte sich nach einem Tipp einer Bekannten auf die Lauer nach Tieren gelegt. „Meine Bekannte ging am späten Sonntagnachmittag mit ihrem Hund spazieren und sah zwei Katzen im Wald, da hat sie mich angerufen und ich bin dann samt Futter und Wasser rausgefahren“, sagt die Katzenretterin. Eine der Katzen ging an das Futter und blieb auch in der Nähe.

Katzendame Sunny scheint im jahr 2018 geboren zu sein.

Katzendame Sunny scheint im jahr 2018 geboren zu sein. © Maike Clericus

Am Montagmorgen stellte Conny Sander dann eine Falle auf und prompt hatte sie auch eine Katze drinsitzen. Diese hat sie dann ins Dorstener Tierheim gebracht und ist direkt wieder in den Wald gefahren, um die Falle wieder aufzustellen. Eine zweite Katze ging rein.

Katzenfang wurde sabotiert

Das Spiel wiederholte sich und zuletzt fehlte nur noch der Kater. Gegen 14 Uhr brachte eine Mitarbeiterin die Falle wieder in den Wald und aktivierte sie. Doch ein Saboteur war am Werk, denn die Futterklappe wurde entriegelt und der Riegel weggeworfen.

Doch zum Glück hatte Conny Sander zusätzlich eine warme Winterbox aus Styropor aufgestellt. In die mit Stroh gefüllte Box kuschelte sich der noch fehlende Kater und alle waren somit eingefangen.

Simba wurde zuletzt eingefangen und ist etwa zwei bis drei Jahre alt.

Simba wurde zuletzt eingefangen und ist etwa zwei bis drei Jahre alt. © Maike Clericus

Für die Katzenretterin steht fest: „Die wurden ausgesetzt. Die sind an Menschen gewohnt und riechen noch nicht nach Wald. Für mich steht fest, allein hätten die bei den Temperaturen draußen nicht überlebt.“

Tiere haben Parasiten und müssen noch kastriert werden

„Wir haben bei den Katzen Giardien festgestellt und Schnupfen haben sie auch“, sagt Maike Clericus, Tierpflegerin im Tierheim Dorsten. Bei Giardien handelt es sich um eine Gattung von mikroskopisch kleinen Dünndarm-Parasiten.

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Die Tiere werden weiterhin tierärztlich behandelt und es dauert auch mindestens noch vier Wochen, bis sie in die Vermittlung gehen. „Da die Tiere noch kastriert werden müssen und sicherlich noch weitere Behandlungen anstehen, sind wir natürlich immer dankbar für Spenden“, sagt die Tierpflegerin.

Bereits Anfrage aus der Schweiz

Interessenten für die Katzen gibt es schon einige: „Wir haben sogar Anfragen aus der Schweiz erhalten. Aber zurzeit müssen sich die Tiere erst mal erholen, dann sehen wir weiter,“ sagt Maike Clericus“

Alice scheint genauso alt zu sein wie Simba, vielleicht sind es Geschwister.

Alice scheint genauso alt zu sein wie Simba, vielleicht sind es Geschwister. © Maike Clericus

Wer sich für eine Bengalkatze interessiert, der muss sich im Klaren darüber sein, dass solch ein Tier andere Ansprüche als eine gewöhnliche Hauskatze hat. „Sie brauchen viel mehr Beschäftigung, da sie im Verhalten eher ursprünglich sind“, so Clericus.

Außerdem haben die Tiere einen ausgeprägten Beutetrieb, und wenn dieser nicht ausgelebt werden kann, können die Tiere auch „ungemütlich werden“. Ansonsten seien die Katzen sehr verschmust und anhänglich, sogar „fast wie kleine Hunde“.

Keine „Mimose“ als Mitbewohner erwünscht

Trotzdem, so Clericus, wäre es vorteilhaft, wenn zukünftige Besitzer den Tieren einen Auslauf in Form eines Außengeheges bieten könnten. Als reine Wohnungskatzen sollten sie nicht gehalten werden. Die Tiere werden voraussichtlich auch einzeln abgegeben.

Allerdings sollte bereits eine andere Katze im Haushalt sein, die ebenfalls eher temperamentvoll ist, da die Tiere zusätzlich zu ihrem „ursprünglichen Wesen“ von der Größe her einer Maine-Coon-Katze entsprechen. „Die vorhandene Katze sollte also keine Mimose sein“, so Clericus.

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