Bergmannsampel mit kleinem Grubenmännchen soll in Dorsten einen Platz finden

rnAbschied vom Bergbau

Duisburg hat sie schon, Dorsten soll sie kriegen: die Bergmannsampel. Ein kleines Grubenmännchen macht den Dorstenern dann auf der Straße Beine. Die Idee dazu kommt aus Dorsten.

Dorsten

, 19.11.2018, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Kathrin Hänig, gebürtige Migenda, ist die Tochter eines Dorstener Bergmanns und heute als Journalistin tätig. Im Stadtsfeld in der Feldmark aufgewachsen, machte sie früh Bekanntschaft mit dem Bergbau: „Immer dann, wenn es rummste und das Geschirr im Schrank wackelte.“

Und so hatte Kathrin Hänig Weihnachten 2016, als sie zu Besuch bei ihren Eltern in Dorsten war, eine Erleuchtung: „Ich sah die Bergmannslampe auf dem Kamin stehen und dachte, es wäre doch schön, wenn es ein Ampelmännchen gäbe, das aussieht wie ein Bergmann“, sagt sie.

Oberbürgermeister von Duisburg angesprochen

Von der Idee bis zur Umsetzung verstrichen anderthalb Jahre. Vor Kurzem sind dank Kathrin Hänigs Hartnäckigkeit und der Begeisterung für ihre Idee sechs Bergmannsampeln in Duisburg aufgestellt worden. „Ich habe den Oberbürgermeister von Duisburg, Sören Link, solange damit genervt, bis er eingewilligt hat“, meint die junge Frau und Mutter.

Bergmannsampel mit kleinem Grubenmännchen soll in Dorsten einen Platz finden

Kathrin Hänig (2.v.li.) mit dem Duisburger Oberbürgermeister Sören Link, Zeichnerin Claudia Richter und Jürgen Becker (Mediateam, v.l.) vor einer Bergmannsampel in Duisburg. © Sarah Könecke

Der OB sei aber nicht besonders abgeneigt gewesen, weil er den guten PR-Effekt für seine von negativen Nachrichten gebeutelte Stadt erkannte: „Duisburg braucht mal positive Nachrichten, um damit Schlagzeilen zu machen“ - mit diesem Argument legte Hänig dem Stadtchef die Bergmannsampel ans Herz.

Tobias Stockhoff war schnell entflammt

Viele SPD-Stadtverbände, jetzt auch der hiesige SPD-Landtagsabgeordnete Michael Hübner, haben erkannt, dass die Bergmannsampel für ehemalige Bergbaustädte wie Dorsten eine Bereicherung sein könnte. Aber auch Dorstens Bürgermeister Tobias Stockhoff, der ein CDU-Mann ist, hatte dieselbe Erleuchtung: „Er hat die Idee, in Dorsten eine Bergmannsampel einzurichten, unmittelbar nach der Vorstellung der Prototypen in Duisburg vor vier Wochen aufgegriffen und in die interne Prüfung gegeben“, sagt Stadtsprecher Ludger Böhne. Stockhoff halte die Bergmannsampeln für „eine augenzwinkernde Erinnerung an unsere Bergbautradition“.

In Dorsten gibt es schon einen geeigneten Standort

In Dorsten hat man sogar schon einen geeigneten Standort für die Bergmannsampel gefunden. Doch vor der Installation gibt es noch Hürden zu überwinden, wie Ludger Böhne sagt. „Aus dem Verkehrsministerium NRW heißt es, dass der Einsatz abweichender Sinnbilder für Fußgänger in Lichtsignalanlagen kritisch gesehen wird“, so Böhne. Das Ministerium stelle fest, dass „eine andere Gestaltung von Ampelfiguren nicht mit den Vorgaben der Straßenverkehrsordnung vereinbar sei“.

Auch Kathrin Hänig machte sich zu Beginn ihrer Überlegungen einen Kopf, wie bürokratische Hindernisse überwunden werden können, damit die Bergmannsampel den Fußgängern heimleuchtet. „Eigentlich fanden aber alle Leute, mit denen ich gesprochen habe, die Idee richtig cool.“ So beauftragte sie Zeichnerin Claudia Richter, ein unverwechselbares Grubenmännchen zu entwerfen. Das hält jetzt bei Rot die Bergmannslampe hoch, bei Grün marschiert es mit der Grubenlampe in der Hand über die Straße.

Städte haften für etwaige Folgen

Kathrin Hänig fände es toll, wenn die Ampel in Dorsten einen Platz fände. Aber noch bremst das Verkehrsministerium den Überschwang mit seinen Überlegungen. Städte müssen begründen, warum sie vom üblichen Ampelmännchen abweichen wollen. Außerdem haften die Gemeinden dann für etwaige Folgen.

Wie sie damit umgehen sollen, überlegen zurzeit einige Städte im Umkreis, deren SPD-Vertreter für die Bergmannsampeln geworben haben. „Deshalb hat der Marler Bürgermeister Werner Arndt das Thema bei der letzten Konferenz der Bürgermeister des Kreises Recklinghausen mit Landrat Cay Süberkrüb und Regierungspräsidentin Dorothee Feller angesprochen, um gemeinsam eine Klärung der grundsätzlichen Frage durch das Land zu erreichen“, sagt Stadtsprecher Ludger Böhne.

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