Bewährungschance für drogensüchtigen Vergewaltiger

Im Rausch der Zauber-Pilze

Berauscht von Hirngespinsten und Teufelsvisionen fiel ein Straßenwärter (28) im Februar 2014 in Holsterhausen über seine damalige Freundin (27) her. Am Mittwoch wurde er am Essener Landgericht verurteilt.

Dorsten

29.04.2015, 13:17 Uhr / Lesedauer: 1 min

Seine Strafe: zwei Jahre Haft auf Bewährung. Die Richter der 5. Strafkammer beließen es mit dem Urteil bei der Mindeststrafe, stellten aber auch klar, dass nach fünf Vorstrafen (keine davon einschlägig) nun aber nichts mehr passieren dürfte. „Ihre Karten sind jetzt ausgereizt“, warnte Richterin Luise Nünning den Angeklagten.

Ambulante Therapie ist Pflicht

Laut Urteil muss der 28-Jährige als Bewährungsauflage eine ambulante Therapie zur Bekämpfung seiner Drogensucht durchlaufen. Auch die Staatsanwaltschaft und die Nebenklage-Vertreterin hatten in ihren Schlussvorträgen auf Milde für den „Zauberpilz-Vergewaltiger“ plädiert. „Ich denke, dass man Ihnen eine Chance geben sollte, ihr Leben wieder ordentlich auf die Reihe zu kriegen“, sagte Staatsanwältin Katja Himmelskamp.

Die Anwältin des Vergewaltigungsopfers hatte sogar extra noch einmal darauf verwiesen, dass die 27-jährige Ex-Freundin selbst im Grunde kein Interesse an einer Verurteilung des Angeklagten hatte. Unterm Strich sei am wichtigsten, dass die junge Mutter „das Geschehen bis heute offenbar erstaunlich gut verdaut hat“.

Eifersuchts-Gedanken im Kopf

Laut Urteil kam es in der Nacht vom 9. auf den 10. Februar 2014 in der Holsterhauser Wohnung der Frau zu einer Vergewaltigung. Hintergrund waren offenbar wahnhafte Eifersuchts-Gedanken im Kopf des 28-Jährigen. Der Straßenwärter hatte sich im Prozess auf einen Blackout durch massiven Konsum von halluzinogenen Drogenpilzen (so genannte "Magic Mushrooms" oder "Zauberpilze") berufen, die Tat aber nicht ausgeschlossen.

Aufgrund des berauschten Zustandes des Vergewaltigers ging das Gericht am Ende von verminderter Schuldfähigkeit aus. 

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