Bis zu 870.000 Euro Schaden durch nicht bearbeitete Akten

Stadt Dorsten

Als hätte Dorsten nicht schon genug Geldprobleme: Wegen nicht bearbeiteter Akten im Jugendamt ist der Stadt ein erheblicher finanzieller Schaden entstanden. "Der kann sich auf bis zu 870.000 Euro belaufen", erklärte der zuständige Dezernent Gerd Baumeister.

DORSTEN

von Von Michael Klein

, 18.09.2012, 15:34 Uhr / Lesedauer: 2 min
Der Stadt Dorsten könnte wegen nicht bearbeiteter Akten im Jugendamt ein finanzieller Schaden von bis zu 870.000 Euro entstanden sein.

Der Stadt Dorsten könnte wegen nicht bearbeiteter Akten im Jugendamt ein finanzieller Schaden von bis zu 870.000 Euro entstanden sein.

Insgesamt 71 Fälle waren es, die in den vergangenen vier Jahren liegen geblieben waren, in 25 Fällen war die Verjährungs- oder Ausschlussfrist bereits überschritten worden. Die Stadt hofft nun in Gesprächen mit den betroffenen kostenerstattungspflichtigen Kommunen, dass diese doch noch Zahlungen leisten. „Bei einer Großstadt im Ruhrgebiet geht es um einen Schaden von 226.000 Euro, wir meinen aber, dass der Verjährungsfall sich nur auf 50.000 Euro belaufen dürfte.“

Zudem hofft die Stadt, dass möglicherweise die Eigenschaden-Versicherung für den Verlust aufkommt. Die Versicherungssumme beträgt 50.000 Euro pro Schadensfall. Es muss aber noch geklärt werden, ob alle 25 Fälle geltend machen werden können oder die Angelegenheit juristisch als nur ein Fall bewertet wird. Die Stadt habe inzwischen die Arbeitsabläufe in der Abteilung überarbeitet („nach menschlichem Ermessen dürfte so etwas jetzt nicht mehr vorkommen) und die Sache an das (unabhängige) Rechnungsprüfungsamt übergeben.

„Das wird nun auch der Frage nachgehen, wie es überhaupt zu der ganzen Geschichte kommen konnte“, erklärt Gerd Baumeister. Welche Absprachen hat es gegeben, welche Vermerke, hätten leitende Mitarbeiter die Situation erkennen müssen? Diese Fragen wird sicherlich auch die Politik in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses stellen. Dezernent Gerd Baumeister will sich vor Abschluss der Aufarbeitung nicht zu den äußern. „Das ist bis dahin alles Spekulation, ich trage Verantwortung für meine Mitarbeiter.“ Es seien Fehler gemacht worden, räumte er ein, aber: „Unsere Personalknappheit hat die ganze Sache sicherlich begünstigt.“

Denn normalerweise ist die Abteilung von zwei Mitarbeitern besetzt, die zweite Stelle war aber lange verwaist: Durch Krankheit, Wiederbesetzungssperre nach dem Ausscheiden, „zudem gelang es uns nicht, die Stelle ein dreiviertel Jahr lang zu besetzten“, so Gerd Baumeister.

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