Bizarre Strom-Klage: Dorstener holt zum Gegenschlag aus

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Eine Stromrechnung über mehrere hundert Euro sollte ein Dorstener nachzahlen. Die Klage wurde nun überraschend zurückgezogen, jetzt droht der Gegenseite Ärger.

Dorsten

, 03.11.2020, 04:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mehrfach war der Prozess vor dem Amtsgericht Dorsten verschoben worden. Doch am 3. Dezember sollte Hans-Jörg Rippe endlich den Menschen gegenüberstehen, die ihm offenbar das Geld aus der Tasche ziehen wollten.

„Ich freue mich drauf“, hatte der Dorstener schon im Sommer siegessicher gesagt. Doch aus dem Prozess wird nichts. Die Kanzlei aus Potsdam hat die Klage vor wenigen Tagen zurückgezogen, aber: „Ich bin damit noch nicht fertig“, sagt Hans-Jörg Rippe.

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Der Energieversorger Innogy hatte den 72-Jährigen angeblich beschuldigt, zwischen dem 16. Januar 2015 und dem 20. März 2016 Stromrechnungen nicht bezahlt zu haben. Zu diesem Zeitpunkt lebte Hans-Jörg Rippe bereits in Dorsten, es ging aber um eine Wohnung in Essen.

Haus in Essen 2014 verkauft

An der dortigen Rheinstraße hat das Vorstandsmitglied des Hervester Bergbauvereins tatsächlich mal gewohnt. Bis 2008. Dann zog er nach Niedersachsen und vermietete seine Wohnung. Im Oktober 2014 verkaufte er das Zweifamilienhaus in Essen und wurde in Dorsten heimisch.

Deshalb spricht Hans-Jörg Rippe auch von „abstrusen Rechnungen“ über mehrere hundert Euro inklusive Mahngebühren, die ihm plötzlich nach Hause geschickt wurden. Von eben jener Kanzlei aus Potsdam, angeblich im Auftrag von Innogy.

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Dass die Kanzlei „nicht den allerbesten Ruf“ genießt, hatte der Dorstener schon vor Monaten bei Internet-Recherchen herausgefunden. Der ständige Schriftwechsel mit Gerichten und den Prozessgegnern, die Hinhalte-Taktik bei der Suche nach einem Prozesstermin - all das war anstrengend und füllt mittlerweile einen Aktenordner. „Es lohnt sich aber, sich von so einem Großkonzern nichts gefallen zu lassen.“

Unterstützung von der Staatsanwaltschaft

Hans-Jörg Rippe hatte schon vor Monaten zum Gegenschlag ausgeholt und die Potsdamer Anwälte wegen Verleumdung verklagt. Jetzt bekommt er unverhofft Unterstützung von der dortigen Staatsanwaltschaft. Die Strafanzeige wegen Verleumdung sei in „Betrug“ hochgestuft worden. „Anscheinend hatte die Kanzlei zur Klageerhebung überhaupt kein Mandat von Innogy.“

Hans-Jörg Rippe hat sich die Einschüchterungsversuche nicht gefallen lassen. Andere Menschen haben vielleicht gezahlt, um keinen Ärger zu bekommen.

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