Björn Freitag und Frank Rosin auf Augenhöhe – so urteilt der „Gault&Millau“

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Die frisch erschienene Ausgabe des „Gault&Millau“ stuft den „Goldenen Anker“ hoch. Neben beiden TV-Köchen findet sich ein drittes Dorstener Restaurant im Guide. Was schmeckte den Kritikern?

Dorsten

, 05.11.2019, 19:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Upgrade für den „Goldenen Anker“: Der am Dienstag (5. November) erscheinende Restaurantguide „Gault&Millau“ hat Björn Freitags Restaurant aufgewertet. 16 von 20 Punkten vergibt der neue Guide für den „Goldenen Anker“ - einen mehr als im Vorjahr.

Damit zieht Björn Freitag mit seinem Dorstener TV-Koch-Kollegen Frank Rosin gleich, der mit seinem Restaurant ebenfalls 16 Punkte bekam. Laut Verlag ist dies die Kategorie, bei der „Kochen zur Kunst wird“.

Dritter im Dorstener Bunde ist das Restaurant Henschel, das Gastgeber Marco Henschel und seine Mutter Leonore als Küchenchefin gemeinsam führen. Wie im Vorjahr vergab der Restaurantguide 14 Punkte für das Restaurant im Gemeindedreieck. Die Kritiken im Einzelnen:

Goldener Anker (16 Punkte, Menüpreis 78 bis 126 Euro)

Besonders der pochierte Schellfisch, „kunstvoll gehüllt in ein Geflecht von schmalen Zucchinistreifen“ beeindruckte die Tester im „Goldenen Anker“, in dem Björn Freitag zusammen mit Küchenchef Christoph Kaiser auftischt. Begleitet wird der Fisch von Avocadoeis, Cashewnüssen, Gurke und Pistazienstaub. Dies ergebe ein „erfreulich vielschichtiges Spiel von Temperaturen und Texturen“, so die Kritiker.

Björn Freitag und Frank Rosin auf Augenhöhe – so urteilt der „Gault&Millau“

Björn Freitag überzeugte die Kritiker mit seinem Schellfisch. © Foto: Stefan Diebäcker

„Westfälische Bodenständigkeit“ demonstriere das Ragout vom Stubenküken auf Kartoffelsalat mit roten Zwiebeln und grüner Soße. „Überraschend mutig“ sei dagegen das Pré-Dessert: Basilikumeis mit Himbergel, Paprika, Fenchel und Sichuanpfeffer. „Klingt eher seltsam, funktioniert am Gaumen aber ausgesprochen gut“, so das Urteil.

Ein besonderes Lob gilt der „sympathischen und kompetenten“ Sommelière Marion Nagel für ihre Weinempfehlungen: „Das ist Wine&Food-Pairing vom Feinsten!“

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Rosin (16 Punkte, Menüpreis 89 bis 179 Euro)

Nicht ganz ohne Stichelei kommt die Kritik des „Rosin“ aus: Eine eigene Merchandising-Ecke, Rosin-Rap in Dauerschleife und eine geklaute Wortschöpfung („Schmackofatz“) als Markenzeichen - ansonsten überlasse der TV-Koch die Restaurant-Geschicke seinem Küchenchef Oliver Engelke.

Björn Freitag und Frank Rosin auf Augenhöhe – so urteilt der „Gault&Millau“

Mehr im TV als in Dorsten präsent: Frank Rosin. © pa/obs/kabel eins

Dessen Kreationen aber kommen richtig gut an. Besonders der (aufpreispflichtige) „Signature Dish“ - die „Tafel Schokolade von Entenleber“. Eine Entenleber mit getrüffeltem Kalbsjus, hauchdünn mit Schokolade überzogen und umringt von sechs kleinen Häppchen, die von „sehr süß“ bis „ziemlich bitter“ reichen. „Immer wieder ein Highlight“, urteilen die Kritiker.

Überschwänglich fällt die Kritik der „perfekt rosa gebratenen“ Gressingham-Entenbrust aus, „die ein wahres Geschmacksfeuerwerk von Süße, Säure und Erdigkeit auf dem Gaumen entfachte“, etwas verhaltener dagegen die des Ochsenbauchs „unter einer kräftigen, leider etwas kümmellastigen Gewürzkruste“.

Henschel (14 Punkte, Menüpreis 59 bis 79 Euro)

Klassische Küche statt hipper Experimente, lautet der Tenor des „Gault&Millau“ zum Besuch bei „Henschel“ in Holsterhausen. Einzig der tasmanische Bergpfeffer auf der Crème brûlée wirke als „Zugeständnis an den Zeitgeist“.

Dabei feiern die Kritiker den bretonischen Steinbutt („wie im Lehrbuch außen mit feiner Kruste und innen noch glasig“) und das rosa gebratene Kalbsfilet mit Spitzkohl, das sich bestens in die Reihe „bestens schmeckender, handwerklich perfekt gemachter Gerichte“ einreihe.

Björn Freitag und Frank Rosin auf Augenhöhe – so urteilt der „Gault&Millau“

Faible für Käse: Mehr als 20 Sorten präsentiert Marko Henschel den Gästen. © Anke Klapsing-Reich

Besondere Erwähnung findet neben Küchenchefin Leonore Henschel auch die zweite Hälfte des „Henschelschen Dreamteams“: ihr Sohn und Gastgeber Marco Henschel. So habe dieser ein besonderes Faible für den Käsegang entwickelt. Mit der gleichen Hingabe sei er beim Wein dabei, was zeige, dass er „im besten Sinne des Wortes seiner Berufung“ folge. Die Weinkarte, die bis in die 80er-Jahre reicht, könne auch beim Preis überzeugen.

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Prestigeträchtiger als der „Gault&Millau“ ist nur noch der Guide Michelin, der am 3. März erscheint. Hier liegt aktuell noch Frank Rosin mit zwei Sternen vorne, während Björn Freitag sich mit einem Stern begnügen muss.

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