Bleiben oder gehen - wie ist die Stimmung in Crawley?

Brexit-Entscheidung

Es ist die Frage des Tages: Remain or leave? Entscheiden sich die Briten gegen einen Verbleib in der Europäischen Union oder wollen sie weiter Teil dieser Gemeinschaft sein? Wir haben in Dorstens Partnerstadt Crawley mal nachgehört, wie die Stimmung am Tag der Entscheidung ist.

Dorsten

, 23.06.2016, 12:31 Uhr / Lesedauer: 1 min
Bleiben oder gehen - wie ist die Stimmung in Crawley?

ARCHIV - Die Flaggen von Großbritannien und der EU stehen am 16.12.2005 im EU-Ratsgebäude in Brüssel. Foto: Federico Gambarini/dpa (zu dpa-Themenpaket zum Thema Brexit vom 15.06.2016) +++(c) dpa - Bildfunk+++ | Verwendung weltweit

Die Wahl ist am Donnerstag das Topthema in den britischen Medien. Auch Iain Millar, Vorsitzender des Freundeskreises Crawley, hält sich über alle Kanäle auf dem Laufenden. Seine Heimatstadt ist genauso gespalten wie das ganze Land, sagt er. "Es gibt nicht die eine Stimmung in der Stadt. Es ist 50 zu 50." Deswegen werde der mögliche Brexit im Freundeskreis auch recht wenig diskutiert. "Ich möchte, dass wir auch nach der Abstimmung noch Freunde sind."

Argumente für beide Seiten

Iain Millar selbst hat für "remain", also "bleiben", votiert. "Weil ich denke, dass es unserer Ökonomie besser geht, wenn wir Teil der EU bleiben." Er kann aber auch die Argumente der Gegenseite verstehen. "Die Menschen, die raus aus der EU wollen, finden die Zahl der Immigranten zu groß und sie sagen, dass es keine Demokratie in der EU gibt. Das Parlament hat keine Macht, die Bürokraten in Brüssel entscheiden alles. Und das sehe ich auch als wirkliches Problem." Beide Seiten hätten gute Argumente. "Nicht nur die Dummen stimmen für das Verlassen der EU." Er habe "wirklich Angst", dass die EU-Gegner am Ende vorne liegen.

46,5 Millionen registrierte Wähler

Am Freitag wird feststehen, ob sich Iain Millars Sorgen bewahrheiten. Dann steht das Ergebnis der Abstimmung fest. Trotz zahlreicher Warnungen aus der ganzen Welt vor einem Brexit ist der Ausgang des Referendums völlig offen. Insgesamt sind rund 46,5 Millionen registrierte Wähler zur Stimmabgabe aufgerufen. Die Wahllokale öffneten im ganzen Land um 8 Uhr. Die Auszählung der Stimmen in den 382 Wahlkreisen soll unmittelbar nach Schließung der Wahllokale am späten Abend beginnen. Prognosen und Hochrechnungen soll es nicht geben. Erste Ergebnisse werden am Freitagmorgen erwartet.

 

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