Die Sekundarschule hat alle Kinder des fünften und sechsten Jahrgangs nach einem wissenschaftlich fundierten Intelligenztest getestet. Dr. Stefanie Marzian, Mitglied des Mensavereins, hat ein Hochbegabtenförderprogramm für die Kinder der Neuen Schule konzipiert. © Claudia Engel (A)
Meinung

Blitzgescheit und für blöd verkauft: Kinder brauchen gerechte Bildung

Viele Eltern glauben fest daran, dass ihre Kinder hochbegabt sind. Sind die allermeisten aber nicht. Bei anderen wird die Hochbegabung wegen ihrer sozialen Herkunft leider übersehen.

Seit Jahrzehnten wird in Deutschland darüber diskutiert, dass die soziale Herkunft über den Schulerfolg der Kinder entscheidet. Viele Pädagogen und Politiker haben sich den Kopf zermartert, wie man das ändern kann. Getan hat sich relativ wenig.

Punktuell werden hochbegabte Schüler bei uns gefördert; meistens sind es Kinder am Gymnasium, an Gesamtschulen oder an privaten Schulen, die als blitzgescheit auffallen. Ein hochbegabtes Kind aus einer sozial benachteiligten Familie hat eher selten eine Chance, entdeckt und gefördert zu werden.

Dass auch diese Kinder besonders begabt sein können, haben viele Menschen nicht auf dem Schirm. Einen „blinden Fleck“ nennt das die für die Förderung von Hochbegabten zuständige Kraft an der Neuen Schule in Dorsten.

Wissenschaftlich belastbares System

Die Neue Schule hat deshalb ein eigenes, aber wissenschaftlich belastbares System entwickelt, das alle Kinder mit besonderen kognitiven Fähigkeiten herausfischt. Interessante Schulbiografien sind darunter. Zum Beispiel ein Mädchen mit einer Förderschulempfehlung. Es ist laut Test blitzgescheit und beweist das in ihrer Begabtenförderung.

Kein einziges Kind, egal wo es herkommt, hat es verdient, so abgefertigt zu werden. Dieses Programm für mehr Bildungsgerechtigkeit an der Neuen Schule hat andere Schulen aufgerüttelt. Sie wollen daraus lernen. Wunderbar.

Über die Autorin
Redaktion Dorsten
Seit 20 Jahren als Lokalredakteurin in Dorsten tätig. Immer ein offenes Ohr für die Menschen in dieser Stadt, die nicht meine Geburtsstadt ist. Das ist Essen. Ehefrau, dreifache Mutter, zweifache Oma. Konfliktfähig und meinungsfreudig. Wichtige Kriterien für meine Arbeit als Lokalreporterin. Das kommt nicht immer gut an. Muss es auch nicht. Die Leser und ihre Anliegen sind mir wichtig.
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Claudia Engel