Brutale Attacke - Wer sagt die Wahrheit?

Jugendschöffengericht

DORSTEN Der Rosenmontag wirft seine Schatten voraus. Zumindest seine unguten Begleitumstände, bei denen es im letzten Jahr am Busbahnhof mehrmals zu Schlägereien und Körperverletzungen gekommen war.

von Von Klaus-Dieter Krause

, 22.01.2010, 08:40 Uhr / Lesedauer: 1 min

Der Angeklagte bestreitet jedoch die Tat: „Ich bin am Rosenmontag ganz nüchtern geblieben, weil ich bei meiner Vorgeschichte weiß, was mir sonst droht.“ Er sei mit einem Bekannten zum Busbahnhof gefahren und dort aus 100 Metern Entfernung Augenzeuge einer Schlägerei geworden: „Weil ich das Opfer kannte, habe ich den Krankenwagen herbeigerufen und solange gewartet, bis die Helfer zur Stelle waren.“ Zwei befreundete junge Männer bezeugten diese Version.

Ganz anders klingt, was das Opfer und seine damalige Freundin aussagen. Danach habe ein Wagen den 17-jährigen Schüler von hinten an der Wade erfasst, als dieser zusammen mit einem Freund jemand zu Hilfe kommen wollte, der gleich von drei Angreifern attackiert wurde. Der Beifahrer sei dann aus dem Auto gesprungen, habe den 17-jährigen herumgerissen und sofort auf ihn eingeschlagen, vermutlich mit einem Schlagstock oder Schlagring. Das Opfer trug Prellungen davon und hatte nach eigenem Bekunden Wasser im Magen-Darm-Bereich. Ohne jeden Zweifel identifizierten die beiden vor Gericht den Angeklagten als den Angreifer. Da nun Aussage gegen Aussage steht - was womöglich noch weitere Verfahren wegen Falschaussagen zur Folge haben könnte - soll jetzt ein Fortsetzungs-Termin am 3. Februar endgültig Klarheit bringen. Dann sollen fünf weitere Zeugen vernommen werden. 

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