Bürgermeisterwahl in Dorsten - noch ist es ein Duell

rnKommunalwahl 2020

Die Bürgermeisterwahl in Dorsten könnte auf einen Zweikampf zwischen CDU und SPD hinauslaufen. Andere Parteien verzichten bereits oder überlegen noch, ob sie einen Kandidaten aufstellen.

Dorsten

, 19.02.2020, 12:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es war eine schöne Show, die die SPD am Freitagabend in der „Galerie der Traumfänger“ lieferte. Kämpferische Reden, Scheinwerferlicht, eine blitzschnelle Wahl per Akklamation, Blumen für die Kandidatin - Jennifer Schug soll den amtierenden Bürgermeister Tobias Stockhoff (CDU) bei der Kommunalwahl im September besiegen.

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Was in der Euphorie fehlte, war der deutliche Hinweis: Es war eine Nominierung, die zwingend notwendige Aufstellung erfolgt erst bei der Wahldelegierten-Konferenz am 27. Februar im Gemeinschaftshaus Wulfen. Dann müssen dieselben Delegierten noch einmal abstimmen, diesmal allerdings geheim. Eine Formalie, aber so sieht es das NRW-Wahlgesetz vor.

Jennifer Schug ist Bürgermeisterkandidatin der SPD

Die SPD-Delegierten nominierten Jennifer Schug am letzten Freitag in dert „Galerie der Traumfänger“ per Handzeichen zur Bürgermeisterkandidatin. Geheim wählen müssen sie aber auch noch. © Stefan Diebäcker

Dieses Procedere ersparen sich die Grünen. Wie schon 2014 stellen sie keinen Bürgermeister-Kandidaten auf. Eine „Empfehlung“ für einen Kandidaten einer anderen Partei wird es aber auch nicht geben, kündigte Ratsmitglied Torsten Huxel an. „Wir verhalten uns in der Frage neutral.“

Huxel auf Platz eins, Fraund auf Platz neun

Huxel wurde am vergangenen Wochenende auf Platz eins der Reserveliste seiner Partei gewählt. Er wird in der neuen Legislaturperiode Fraktionsvorsitzender der Grünen, die mit Blick auf den Bundes- und Landestrend auf mehr Stimmen als 2014 hoffen. 7,1 Prozent reichten damals für drei Sitze im Stadtrat, im September könnten es deutlich mehr werden.

Zur Sache

Fünf Wahlen an einem Tag

Bei der Kommunalwahl am 13. September können fünf Stimmen abgegeben werden: für den Bürgermeister und den Stadtrat, für den Landrat und den Kreistag sowie für die RVR-Verbandsversammlung („Ruhrparlament“). Eine eventuelle Stichwahl (Bürgermeister, Landrat) findet zwei, vielleicht auch erst drei Wochen später statt.

Die amtierende Fraktionsvorsitzende der Grünen, Susanne Fraund, ist nur auf Platz neun der Reserveliste zu finden. Auf dem Gruppenfoto, das 15 Kandidaten zeigt, fehlt sie. Ein Indiz dafür, dass nach Friedhelm Fragemann (SPD) ein weiteres politisches Urgestein aus Dorsten Anfang September seine letzte Ratssitzung haben könnte.

Nur fünf Kandidaten sind auf dem Foto zu sehen, das die FDP am Samstag nach ihrem Stadtparteitag bei Facebook veröffentlicht hat. Ob Fraktionsvorsitzender Lutz Ludwig oder jemand anderes als Bürgermeister-Kandidat antritt, wollen die Liberalen auf einem Sonderparteitag entscheiden.

FDP und AfD lassen Entscheidung offen

„Die Mitglieder in Dorsten haben noch nicht darüber entschieden, ob ein Bürgermeister-Kandidat ins Rennen geschickt wird.“ Das teilte der Sprecher des AfD-Kreisverbandes, Lutz Wagner, auf Anfrage mit. „Was die Aufstellung der Kandidaten für die Dorstener Wahlbezirke angeht, so gehen wir aktuell davon aus, dass mehr Kandidaten als nötig zur Verfügung stehen.“

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Die Linke und die UBP, die vor sechs Jahren in Dorsten einen Bürgermeisterkandidaten aufgestellt hatten, äußerten sich auf Anfrage bislang nicht. Zeit haben sie theoretisch bis zum 26. Juli. „59 Tage vor der Wahl müssen alle Kandidaten, auch die für die Wahlbezirke, mitgeteilt sein“, sagt der Leiter des stätischen Wahlamtes, Klaus Ihling.

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