Busticket statt Führerschein - Seniorenbeirat ist dafür

Bedarf wurde abgefragt

Freiwillig den Führerschein abgeben und dafür ein Ticket für den Nahverkehr geschenkt bekommen: In einigen Städten gibt es dieses Angebot für Senioren bereits. Im Kreis Recklinghausen noch nicht. Der Dorstener Seniorenbeirat will, dass sich das ändert.

Dorsten

, 06.08.2015, 16:57 Uhr / Lesedauer: 2 min
Busticket statt Führerschein - Seniorenbeirat ist dafür

Mit diesem Fragebogen fragt der Seniorenbeirat den Bedarf ab.

Heidrun Römer, Vorsitzende des Seniorenbeirats, macht mit dem Beirat dafür mobil. Zuletzt im Juni, mit einem Fragebogen an einem Infostand beim Bergfest in Hervest.

Umfrage des Seniorenbeirats

„Knapp vier Stunden haben wir da gestanden und Senioren angesprochen“, erzählt Römer. 29 ausgefüllte Bögen hatte sie am Ende – und ein ganz klares Ergebnis: „28 waren laut Bogen dafür, das Modell auch bei uns einzuführen.“ Ein Signal, so Römer. „Das übt auch ein bisschen Druck aus“, betont sie. Auf die Vestische Straßenbahn GmbH – und auf den Kreis. Dort ist man gesprächsbereit, betont aber, noch am Anfang der Überlegungen zu stehen: „Wir wollen in nächster Zeit Meinungen und Vorstellungen aus den Seniorenvertretungen einholen“, sagt Kreissprecher Jochem Manz. Auch die Vestische wird dann mit am Tisch sitzen. „Wir prüfen dieses Modell zurzeit ergebnisoffen“, unterstreicht deren Pressesprecher Norbert Konegen.

Finanzierung muss sichergestellt werden

Man müsse zum Beispiel klären, wie die Finanzierung sichergestellt werden könne und für welchen Zeitraum das kostenlose Ticket dann gelte. Am Geld dürfe es nicht scheitern, sagt Römer, „dieses Argument akzeptieren wir nicht.“ Zum einen, weil sie immer wieder eine „große Gefährdung im Straßen

verkehr“ beobachte, wenn sich alte Menschen ans Steuer setzen würden. Und zum anderen, weil es so teuer gar nicht sei: „Es werden doch keine wirklichen Kosten verursacht, wenn ein oder zwei Senioren mehr im Bus sitzen“, betont sie.

 

Zumal, sagt Römer, die Nahverkehrsunternehmen mittelfristig sogar Kunden gewinnen würden. Dann, wenn nach der vereinbarten Zeit das kostenlose Ticket ende – und die Senioren als zahlende Kunden beim ÖPNV blieben: „Es geht darum, Lust auf Nahverkehr zu machen, ihn ins Bewusstsein der Menschen zu rücken“, so Römer. Und: „Es ist eine vollkommen freiwillige Sache, niemand muss mitmachen.“

Freiwilligkeit ist wichtig

Die Freiwilligkeit ist auch aus Sicht der Polizei wichtig. Denn Fahrtüchtigkeit könne man nicht am Alter festmachen, betont Michael Franz, Pressesprecher der Polizei in Recklinghausen. „Wenn Senioren aber selber den Eindruck haben, sie bewegen sich nicht mehr sicher im Straßenverkehr, begrüßen wir es, wenn sie ihren Führerschein freiwillig abgeben.“

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