Cleverer Kaufmann aus Dorsten richtet Shuttle-Service für seine Kunden ein

rnRalf Honsel

Sein Geschäft in Holsterhausen ist seit zwei Wochen eine Baustelle. Doch Ralf Honsel hatte eine Idee, wie die Kunden trotzdem bei ihm einkaufen. Er fährt sie zu einem anderen Geschäft.

Holsterhausen, Hervest

, 30.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Heinrich Mechlinski ist früh dran. Der Kleinbus fährt erst in zehn Minuten an der Freiheitsstraße ab, der Rentner aus Holsterhausen hat sich einen Platz in der ersten Reihe, an der großen Schiebetür gesichert. Busbegleiter Sven Obermüller hievt den Rollator auf die Ladefläche im Heck. Heinrich Mechlinski ist gespannt. „Ich fahre zum ersten Mal mit diesem Bus.“

Pendelverkehr jeden Vormittag

Normalerweise erledigt Heinrich Mechlinski seine Einkäufe im Edeka-Geschäft von Ralf Honsel an der Freiheitsstraße. Doch der Laden ist seit fast 14 Tagen eine Baustelle. „Nirgends bekomme ich Einmachzucker, um meine Äpfel einzukochen“, klagt Heinrich Mechlinski und ist froh, dass Ralf Honsel einen Shuttle-Service zu seinem Edeka-Geschäft in Hervest eingerichtet hat. Netter Nebeneffekt für den Fahrgast: „Da war ich noch nie.“

Cleverer Kaufmann aus Dorsten richtet Shuttle-Service für seine Kunden ein

Das Stammhaus (im Hintergrund) von Ralf Honsel (r.) wird derzeit aufwendig saniert. Der Shuttle-Service bringt die Kunden zu seinem Edeka-Geschäft nach Hervest. Sven Obermüller (2.v.l.) fährt immer mit. © Stefan Diebäcker

Jeden Vormittag zwischen 9 und 13 Uhr fährt der weiße Kleinbus zur vollen Stunde vor dem Honsel-Geschäft in Holsterhausen ab, und „um halb“ vom Zechengelände in Hervest wieder zurück. Die sechs Sitzplätze sind nicht immer besetzt, trotzdem ist Sven Obermüller stets an Bord. Normalerweise sitzt er an der Kasse, jetzt ist er „Mädchen für alles“, hilft den Passagieren in den Bus und wieder hinaus, verstaut Taschen und Rollatoren und ist Ansprechpartner.

„Das ist Dienst am Kunden“

Für Firmenchef Ralf Honsel ist der Shuttle-Service „Dienst am Kunden“. Gerade ältere Menschen hätten sonst kaum eine Möglichkeit, selbstständig ihre Einkäufe zu erledigen, wenn sie zu Fuß unterwegs sind. „Und auch für Radfahrer kann der Weg nach Hervest ziemlich weit sein.“ Honsels Mitarbeiter in Holsterhausen konnten Urlaub nehmen oder arbeiten während der Bauphase in den anderen Geschäften in Hervest, Rhade oder Wulfen-Barkenberg.

Derweil sind am Dienstag fast 100 Handwerker in dem Stammhaus des Familienunternehmens beschäftigt. Das Geschäft wird aufwendig saniert. Böden und Decken werden erneuert, Kühl- und Heiztechnik auf den aktuellen Stand gebracht, Elektro-Leitungen und Beleuchtung ausgetauscht, Treppen und Aufzüge modernisiert. Rund 2,5 Millionen Euro investiert Ralf Honsel, am 22. August ist die Wiedereröffnung geplant. „Dann haben wir hier wieder für etwa zwölf Jahre Ruhe.“

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