Coronavirus: 20 Abstriche am ersten Tag in Dorstens Corona-Testzentrum

rnCoronavirus

Den Corona-Test gibt es am Paul-Spiegel-Berufskolleg jetzt durchs Autofenster. Aber nur für Personen, die auf ärztliche Anordnung erscheinen. Die Laborkapazitäten für Tests wurden erhöht.

Dorsten

, 30.03.2020, 19:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Rund 20 Abstriche wurden am ersten Tag im neuen Corona-Testzentrum am Paul-Spiegel-Berufskolleg in Dorsten gemacht. Das ist eine relativ überschaubare Zahl, für die es aber auch eine Erklärung gibt: „Am Wochenende haben die Hausärzte geschlossen, also kommen auch keine Überweisungen rein“, sagt Jörg van der Groef, Abteilungsleiter für die Testzentren im Kreis Recklinghausen. Er geht davon aus, dass es schon am Dienstag voller wird.

Der erste Tag in Dorsten sei ohne nennenswerte Zwischenfälle verlaufen, sagt van der Groef, der sich um insgesamt fünf solcher Zentren im Kreisgebiet kümmert. Die übrigen befinden sich in Recklinghausen (2), Marl und seit Montag auch in Castrop-Rauxel. Wie auch in Dorsten handelt es sich um sogenannte Durchfahrtzentren.

Hausarzt bleibt erster Ansprechpartner

Der Ablauf ist immer gleich: Der Hausarzt ist erster Ansprechpartner. Er stellt fest, ob ein Abstrich erforderlich ist und übermittelt gegebenenfalls Patientendaten inklusive Telefonnummer an eine zentrale Koordinierungsstelle des Kreises für Termine. Der Patient bekommt von dieser Stelle einen Rückruf und ein Termin wird vereinbart. Wer sich nicht an dieses Verfahren hält und ohne ärztliche Anordnung in einem Abstrichzentrum erscheint, wird nicht getestet.

Jetzt lesen

Pro Abstrich gibt es in den Zentren ein Zeitfenster von ungefähr fünf Minuten. Die zu testenden Personen bleiben die ganze Zeit im Auto. Sie fahren bis in ein Zelt, das sie vor schlechtem Wetter und den Blicken anderer schützt. Durchs Fenster wird der Abstrich genommen. Danach geht es sofort wieder nach Hause.

Und dann war bislang vor allem langes Warten angesagt. Bis zu acht Tage habe es zuletzt gedauert, bis Testergebnisse vorlagen, sagt Christoph Behrenspöhler, der Sprecher der beteiligten Hilfsorganisationen und DRK-Vorstand im Kreis.

Rückmeldung gibt es jetzt nach ein bis zwei Tagen

Der Grund waren fehlende Laborkapazitäten. Damit hatte auch der Kreis Wesel zuletzt zu kämpfen und musste seine gerade eingerichteten Abstrichzentren vorübergehend sogar wieder schließen. „Wir arbeiten jetzt aber mit einem anderen Labor zusammen, das die Ergebnisse relativ zeitnah übermittelt“, so Behrenspöhler. Rückmeldung gebe es nun innerhalb von ein bis zwei Tagen.

Christoph Behrenspöhler ist beim DRK derzeit Krisenstabs-Manager für die Corona-Pandemie.

Christoph Behrenspöhler ist beim DRK derzeit Krisenstabs-Manager für die Corona-Pandemie. © Michael Fritsch (Archiv)

Fällt ein Test positiv aus, übermittelt das Kreisgesundheitsamt die Nachricht an die betroffene Person. Bei negativen Tests gehen die Ergebnisse an die Hilfsorganisationen, die in den Abstrichzentren tätig sind.

„Wenn der Patient dem nicht ausdrücklich widersprochen hat, informieren wir ihn auch umgehend über das Ergebnis“, so Behrenspöhler. Parallel gehen die Informationen auch an den Hausarzt der betroffenen Person.

„Für nahe Zukunft erst mal gut aufgestellt“

Zusammen kommen die fünf Zentren aktuell auf eine Maximalkapazität von rund 450 Abstrichen pro Tag. Ausgelastet sind sie bislang noch nicht. Aber die Bundesregierung hat schon angekündigt, die Anzahl der Tests deutlich zu erhöhen. „Labor und Abstrichzentren haben noch Kapazitäten“, versichert Behrenspöhler. „Für die nahe Zukunft sind wir erst mal gut aufgestellt.“

Für die beiden neuen Zentren wurden die Standorte Dorsten und Castrop-Rauxel gewählt, weil sie von den bisherigen Zentren am weitesten entfernt liegen. Berufskollegs bieten sich an, weil sie sich in Trägerschaft des Kreises befinden, derzeit geschlossen sind und zugleich Räumlichkeiten bieten, um auch Organisatorisches vor Ort erledigen zu können.

Lesen Sie jetzt