Coronavirus: Erntehelfer dürfen doch kommen - das freut den Landwirt

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Erst ja, dann nein. Landwirte planen ständig um. Jetzt dürfen die Erntehelfer doch kommen. Und was ist mit den heimischen Helfern? Ein Landwirt hat eine Idee für „nicht monetäre Bezahlung“.

Dorsten

, 04.04.2020, 09:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Landwirte sehen sich als Versorger - vor allem in einer Zeit, in der alle wie wild Hamsterkäufe tätigen. Die Spargelsaison hat begonnen und viele Menschen möchten zu Ostern die weißen Stangen in irgendeiner Form auf dem Tisch haben.

Die Landwirte möchten den Kunden diesen Wunsch gern erfüllen und natürlich ihre Ernte einfahren, denn damit verdienen sie ihr Geld, das in vielen Fällen den Großteil des Jahreseinkommens ausmacht.

Viele Anfragen aus der Region

Die Corona-Krise hat dafür gesorgt, dass Landwirte erfinderisch werden mussten. Sie liefern jetzt nicht nur ihre Produkte, sie mussten sich auch nach Erntehelfern umsehen. Denn die Helfer, die jedes Jahr aus den umliegenden Ländern kommen, um Geld zu verdienen, durften nicht ins Land.

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So kam es, dass viele Anfragen von Menschen aus der heimischen Region, die beispielsweise gerade in Kurzarbeit sind oder gar nicht arbeiten können, bei Landwirten eingegangen sind, so auch bei Dirk Große-Streuer.

Er führt den Brunnenhof in Herten und seit März 2020 auch die Spargelfelder und den Hofladen vom Hof Dalhaus in Dorsten. „Wir haben kein Problem, Erntehelfer zu finden, denn wir haben sehr viele Anfragen vom heimischen Arbeitsmarkt“, sagt Dirk Große-Streuer.

80.000 Erntehelfer dürfen kommen

Seit Donnerstag, 2. April, steht fest, die Erntehelfer dürfen doch kommen, zumindest 40.000 im April und weitere 40.000 im Mai. Unter strengen Auflagen werden sie eingeflogen. Ihr Gesundheitsstatus wird überprüft, die Arbeit auf den Feldern darf nur abseits der heimischen Erntehelfer stattfinden und auch die Unterbringung muss gewährleisten, dass sich niemand ansteckt.

Auf dem landwirtschaftlichen Betrieb von Dirk Große-Streuer kommen seit Jahren Erntehelfer aus Polen - nach neuestem Stand also auch dieses Jahr. Die Trennung der Mitarbeiter von anderen ist für den Spargelbauern kein Problem, denn: „Wir haben alles nach Orten angepasst und unsere Mitarbeiter generell getrennt.“ Auch die Unterbringung ist kein Problem, denn Familie Große-Streuer hat eine Ferienwohnung, in die können jetzt auch die Helfer aus Polen.

Idee für nicht monetäre Bezahlung

Eigentlich kommen zur Spargelernte zwölf Helfer aus Polen, diesmal werden es wahrscheinlich nur neun, denn: „Wir haben jetzt drei Helfer aus unserer Region“, sagt Dirk Große-Streuer.

Diese drei seien die harte Arbeit natürlich nicht gewöhnt, aber der Landwirt habe schon eine Idee, wie man auch mal eine nicht monetäre Bezahlung leisten könnte: „Zwei Physiotherapeuten hatten sich gemeldet, die wollten helfen, aber wir haben schon genügend Hilfe. Aber für unsere heimischen Helfer, die diese Arbeit nicht gewohnt sind, denn die kann ja auf den Rücken gehen, wären Massagen nach der Feldarbeit sicher erfreulich.“

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