Wulfener Musikwoche geht trotz Corona an den Start

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Die Wulfener Musikwoche findet jetzt doch statt, aber mit einem alternativen Konzept unter Corona-Bedingungen. Denn das Bedürfnis, wieder zusammen zu singen, ist bei den Musikfreunden groß.

von Sabine Bornemann

Wulfen-Barkenberg

, 26.07.2020, 15:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Schon kurz nach dem Ausbruch der Corona-Pandemie war klar, dass ein Chorworkshop in der gewohnten Weise nicht möglich sein wird. Zu viele Menschen würden sich auf engstem Raum bewegen. Doch das Team um den musikalischen Leiter Wolfgang Endrös machte sich auf die Suche nach einer alternativen Konzeption. Denn das Bedürfnis, wieder zusammen zu singen, ist bei den Musikfreunden immens groß, und fast alle Angebote dieser Art sind in den vergangenen Monaten ersatzlos weggebrochen.

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Ausgerechnet das Corona-Abstandsgebot brachte Wolfgang Endrös auf die zündende Idee, Musik auszuwählen, die den (Zwischen-)Raum als Gestaltungsmittel bewusst mit einbezieht. So werden die Chorstimmen bei der 26. Wulfener Musikwoche in der gesamten großen Agora des Gemeinschaftshauses verteilt sein und miteinander aus allen Ecken kommunizieren. Sogar der Rundgang im ersten Stock wird benutzt.

„KlangRaum SanMarco“ ist auch der Titel der Musikwoche

Die passenden Werke dafür hat Giovanni Gabrieli am Ende des 16. Jahrhunderts geschrieben. Der Komponist war fasziniert von den Klangebenen, Säulengängen und Kuppeln des Markusdoms in Venedig und hat extra für diesen „KlangRaum SanMarco“ - so auch der Titel der Musikwoche - eine neue Form der Mehrchörigkeit entwickelt. Verschiedene Chorgruppen sangen im ganzen Kirchenraum verteilt, um eine großartige räumliche Wahrnehmung zu erreichen.

Aufwendige Tontechnik

Nun ist die Agora des Gemeinschaftshauses nicht der Markusdom von Venedig. Aber mithilfe einer aufwendigen Tontechnik wird das Haus bei der Probenarbeit von allen vier Seiten so beschallt, dass man nicht nur die Anweisungen und das unterstützende Klavierspiel des musikalischen Leiters gut hören wird, sondern auch seinen Vorträgen zu den Hintergründen der Werke sowie den diversen Tonbeispielen an jedem Platz perfekt folgen kann. Neben Gabrieli werden auch Werke von Adrian Willaert, Giovanni Croce und Claudio Monteverdi einstudiert, die Besetzung variiert von einem bis zu drei Chören.

Das „Tallis-Ensemble“ wirkt als besonderes Bonbon mit

Als besonderes Bonbon konnte Wolfgang Endrös das „Tallis-Ensemble“ zur Mitwirkung bei der Aufzeichnung der abschließenden Werkschau gewinnen. Dieses Ensemble spielt auf historischen Renaissance-Instrumenten und sorgt auf diese Weise für ein sehr authentisches Klangbild. Denn das Abschlusskonzert mit großem Publikum wird in diesem Jahr durch eine Aufzeichnung in Bild und Ton ersetzt.

Wegen der strengen Abstandsvorschriften beim Chorgesang sind nur noch ganz wenige Plätze frei. Wer sich kurzfristig noch für eine Teilnahme interessiert, kann sich unter Tel. (0176) 73566425 informieren. Geprobt wird vom 1. bis zum 8. August täglich von 17.30 bis 21.30 Uhr im Gemeinschaftshaus Wulfen am Wulfener Markt.
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