Daniel Kostowski ist angekommen

Neuer Pfarrer in Wulfen

Bis vor Kurzem kannte Daniel Kostowski Wulfen nur von der Durchreise. "Als ich früher mal als Pfarrer am Niederrhein eingesetzt war, lag das immer auf meiner Strecke nach Münster“, erzählt der 52-Jährige, "ich habe nie gedacht, dass ich hier einmal aussteigen würde."

Wulfen

13.08.2015, 17:39 Uhr / Lesedauer: 2 min
Daniel Kostowski ist angekommen

Der Neue in St. Matthäus: Vor einigen Tagen ist Pfarrer Daniel Kostowski angekommen – „genau am 1. August um 15 Uhr“, sagt der 52-Jährige und lacht.

Nun ist er nicht nur ausgestiegen. Er ist gekommen, um zu bleiben. Mit großer Vorfreude. Zu Beginn des Monats reiste er an – „am 1. August, um 15 Uhr“, sagt er. Und lacht. So wie er es immer wieder tut.

"Ein bisschen Campingstimmung"

Seit seiner Ankunft lebt er im Pfarrheim, direkt bei der Kirche St. Matthäus, seiner neuen Heimat. „Noch ist ein bisschen Campingstimmung“, erzählt er. Kostowski lebt aus zwei Koffern, schläft im Feldbett – „als Schreibtisch habe ich ein Brett“, sagt er. Stören tut ihn das gar nicht. Seine Räume werden bald fertig, „in zwei Wochen kommt auch mein ganzes Gepäck“. Die ersten Tage in der neuen Umgebung haben es ihm angetan. „Überall ist gutes Wetter“, erzählt er, „draußen, aber auch zwischenmenschlich.“

Wichtig ist ihm beides. Er liebt es an der frischen Luft, in der Natur zu sein – vor dem Gespräch steht er im Pfarrgarten, betrachtet die Blumen. Seine neue Heimat hat er bereits mit dem Fahrrad erkundet, das Auto lasse er, wenn irgendwie möglich, stehen. „Nach Lembeck war ich unterwegs, da bin ich gefühlt stundenlang durch den Wald geradelt“, erzählt er. Auch nach Lippramsdorf ist er schon gestrampelt: „Es ist schön hier. Der Mais riecht nach Mais, das Korn nach Korn. So wie in meiner Heimat“, betont er.

Heimat liegt in Polen

Kostowskis Heimat liegt in Polen. Rund 130 Kilometer südlich von Breslau, am Fuße des Glatzer Schneeberges. Ein Zuhause, von dem er schwärmt, ein Ort, der für ihn immer noch große Bedeutung hat. Auch wenn er inzwischen viel rumgekommen ist, viel gesehen hat. In der ehemaligen DDR war seine erste Station in Deutschland, 1991, kurz nach dem Fall der Mauer. „Es war eine wunderschöne Atmosphäre in dieser Diaspora-Situation“, erinnert er sich: „Gläubige, die ihr ganzes Leben unter Repressalien leiden mussten, konnten plötzlich ihren Glauben ausleben. Der Zusammenhalt war riesig groß.“

Vorher in Neuenkirchen

Auch Italien erlebte Kostowski, in Mailand, in Rom. Seine vergangenen Stationen liegen im Bistum Münster – zuletzt war er in St. Anna in Neuenkirchen eingesetzt. „Das war das Letzte“, sagt er. Lachend. Rein geografisch, meint er das. Über die Gemeinde im nördlichsten Münsterland, im Kreis Steinfurt, direkt an der Grenze zu Niedersachsen. Auf eigenen Wunsch hat er sich von dort versetzen lassen. Weil er nach über fünf Jahren etwas Neues erleben wollte, es ihn nach einer langen Zeit im tiefsten Westfalen wieder „mehr in die Mitte des Geschehens“ zog. Dort will er nun „erst einmal gucken, schnuppern, Wege finden“. Natürlich bringe er Ideen und Erfahrungen mit, will aber erst einmal schauen, was zu den Gläubigen passt: „Man kann nicht alles von außerhalb verpflanzen. Ich will erst einmal verstehen, wie alles ist, warum es so ist“.

Menschen im Mittelpunkt

Im Mittelpunkt stünden dabei die Menschen. „Alle Leute, mit denen ich vorher gesprochen habe, haben von ihnen geschwärmt, haben gesagt, dass sie es sind, die die Gemeinde hier auszeichnen“, sagt er. Bei zwei Feldgottesdiensten durfte er das selber auch schon erleben, hat „eine wohlwollende Einstellung der Kirche gegenüber“ gespürt. Bald stellt er sich offiziell den Gemeinden vor. Auch die Arbeit in der Seelsorgeeinheit Wulfen-Nord beginnt dann. „Dann beginnt der Ernst des Lebens. Aber wenn es so weitergeht wie bisher, wird das sehr schön“, sagt Kostowski. Und lacht.

In den kommenden Tagen wird sich Pfarrer Daniel Kostowski den Gemeinden vorstellen. Am Samstag, 15. August, wird er um 19 Uhr in Herz Jesu Deuten zu Gast sein. Am Sonntag, 11 Uhr, kommt er in die Pfarrkirche St. Barbara in Barkenberg. Am Sonntag, 23. August, ist der 52-Jährige in St. Matthäus in Wulfen. Er wird jeweils die Gottesdienste halten. Im Anschluss daran besteht die Gelegenheit zum Gespräch und Kennenlernen.

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