Das erste Interview mit Marvin

Leukämiekrankem Jungen geht es besser

Viele Dorstener haben in den letzten Monaten Anteil genommen am Schicksal des leukämiekranken Marvin. Der 17-Jährige befindet sich mehr als zwei Jahre nach der schlimmen Diagnose auf dem Wege der Besserung - und hat uns ein Interview gegeben.

Dorsten

von Von Jugendredaktion

, 30.01.2014, 17:46 Uhr / Lesedauer: 2 min
Das erste Interview mit Marvin

Marvin (17) geht es besser. Der leukämiekranke Junge aus Dorsten hofft, seine Krankheit in einigen Monaten endgültig überwunden zu haben.

Hallo, Marvin! Wie geht es Dir gerade? Spürst Du, dass es aufwärts geht? Ja, ich merke allmählich, dass es mir besser geht. Eigentlich fühle ich mich verglichen mit den letzten Monaten schon ganz gut. Aber ich bin noch ein bisschen schlapp.

In letzter Zeit hast Du wahrscheinlich ständig zwischen Angst und Hoffnung gependelt. Wer oder was hat Dir geholfen, diese Zeit durchzustehen? Die Ärzte haben mir immer Mut gemacht, dass alles wieder gut wird. Meine Mutter war ganz wichtig. Sie hat mir gesagt, dass ich das schaffe. Sie war auch in der Klinik die ganze Zeit bei mir. Und meine Freunde haben mir auch immer gesagt, dass ich nicht aufgeben darf.

Viele Menschen in Dorsten haben in den letzten Monaten Anteil an Deinem Schicksal genommen. Was hast Du davon mitbekommen? Ich war ganz gut auf dem Laufenden. Ich habe Zeitung gelesen und mich auf Facebook informiert. Und meine Tante Daniela hat mir immer alles berichtet, was sich in Dorsten so getan hat. Ich bin wirklich sehr beeindruckt von der Unterstützung.

Wie hast Du reagiert, als Du die Nachricht bekommen hast, dass ein Stammzellenspender gefunden wurde? Ich habe mich wirklich sehr gefreut. Ich dachte im ersten Moment: Jetzt wird endlich alles gut.Und wie war es, als Du erfahren hast, dass Dein Körper die Spende annimmt? Ich war begeistert. Aber die Ärzte haben mich gleich ermahnt, dass ich nun anfangen muss, zu essen und zu trinken. Ich wurde ja künstlich ernährt. Und regelmäßig trainieren muss ich auch, um wieder zu Kräften zu kommen.

Was wird das Erste sein, das Du tust, wenn Du das Krankenhaus wieder verlassen hast? Da ich körperlich noch nicht fit bin, kann ich noch nicht viel machen. Wenn ich wieder fit bin, möchte ich über die Nordschleife am Nürburgring fahren. Bürgermeister Lambert Lütkenhorst und der Schauspieler Norbert Heisterkamp wollen das möglich machen.

Hast Du Lust, Deinen Stammzellenspender eines Tages kennenzulernen? Ja, unbedingt. Ich möchte mich auf jeden Fall bedanken, dass er mir das Leben gerettet hat.

Siehst Du manche Dinge jetzt anders als vor Deiner Erkrankung? Ja, man denkt anders über Krankheiten, Partys und Bewegung nach. Gemütliches Zusammensein ist mir wichtiger als eine Party. Früher wollte ich keinen Sport machen, heute bin ich tatsächlich froh, wenn ich endlich auf einem Trimmrad sitzen kann.Worauf freust Du Dich in den nächsten Monaten am meisten?

Ich will einfach raus, in die Öffentlichkeit, da ich noch nicht mal mit meiner Mutter einkaufen gehen darf, auch nicht mit Mundschutz. Ich wollte neulich gerne mit meiner Tante und meiner Mutter ins Kino und den "Hobbit"-Film sehen. Das darf ich auch nicht da, da die Infektionsgefahr noch zu hoch ist. 

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