Das ist die Geschichte der Duisburger "Riesenratte"

Dorstener berichtet

Es ist ein Bild, das definitiv nichts für schwache Nerven ist. Bei Facebook tauchte vor einigen Tagen das Foto einer Ratte auf. Und zwar nicht irgendeiner. Es ist ein gewaltiges Exemplar: Übergroß wirkt das Tier, hängt tot an einer Zange. Das Bild wurde binnen kürzester Teil zum Netzphänomen. Ein Dorstener will dabei gewesen sein, als es entstand: "Ich war erschrocken."

DORSTEN/DUISBURG

06.07.2015, 13:10 Uhr / Lesedauer: 2 min
Das ist die Geschichte der Duisburger "Riesenratte"

Die "Riesenratte" aus dem Duisburger Hafen: In den sozialen Netzwerken sorgt sie für Furore - ein Dorstener will bei der "Erlegung" dabei gewesen sein.

Es war am 26. Juni. Um 16:35 Uhr. Der Wittener Nicklas B. postete bei Facebook das Bild der "Riesenratte". Es sorgte in Windeseile für Furore im Netz. Fast 9000 Mal wurde das Foto bislang geteilt.

„Kollege hat die im Underground Dortmund gefunden. Sowas habe ich im Leben noch nicht gesehen“, postet Nicklas B. als Subtext. Falsch, befindet Rick Korbel aus Dorsten. Und meldet sich kurz nach dem Post in mehreren Medien zu Wort. Er kenne das Bild, berichtet der 25-jährige Zugführer. Und nicht nur das: Er sei dabei gewesen, als die Ratte entdeckt - und „erlegt“ (O-Ton Korbel) wurde. Das Ganze habe jedoch nicht in Dortmund, sondern im Duisburger Hafen stattgefunden, bestätigt er auch im Gespräch mit unserer Redaktion.

Bild ist einige Monate alt

Und zwar bereits vor einigen Monaten - genauer gesagt im September 2014. Ob das Bild wirklich echt sei? Ja, versichert Rick Korbel. Und schildert seine Erinnerungen an jenen Abend, an dem er und Freunde die Ratte entdeckten - an seinem ehemaligen Arbeitsplatz. Im Pausenraum.

„Sie hat rund eine Woche hinter Kaffeeautomat und Einbauküche gelebt. Wir haben sie immer mal gehört“, sagt er. Dann, eines Nachts, sei sie herausgekommen - und einem Bekannten im Halbschlaf über den Fuß gelaufen: „Uns war dann klar, dass wir etwas machen müssen. So eine Ratte ist ja auch ein Krankheitsüberträger.“

"Perspektive optimal getroffen"

Man habe die Möbel zur Seite geschoben, den Raum abgeriegelt - und ein Kollege habe sich bereit erklärt, die Ratte zu töten. „Ich selbst war bei dieser Aktion nicht im Raum, wir haben draußen vor der Tür gewartet“, so Korbel. Später habe er das Tier aber „natürlich begutachtet“, und sei „schon ziemlich erschrocken“ über die Ausmaße gewesen.

Diese seien wirklich gewaltig gewesen - wenn auch nicht so groß, wie sie auf dem Foto auf den ersten Blick erscheinen. „Die Perspektive ist schon optimal getroffen“, sagt Korbel. 30 bis 40 Zentimeter sei sie ohne Schwanz  in der Realität groß gewesen - etwa zwei Kilogramm schwer.

Experte glaubt an Übertreibung

Werte, die Marcus Schmitt, Mitarbeiter im Fachgebiet Allgemeine Zoologie an der Universität Duisburg-Essen, eher bezweifelt. Er befürchte eine Übertreibung, schreibt der Experte auf Anfrage unserer Redaktion. Die Kopf-Rumpf-Länge (ohne Schwanz) bei der Wanderratte, um die es sich in diesem Fall handele, betrage um die 20, manchmal auch 25 Zentimeter - das Gewicht: maximal 300 bis 400 Gramm.

„Ich müsste das Riesenexemplar schon selbst sehen, ehe ich mich traue, es für möglich zu halten“, betont er. Ein Anblick, auf den die meisten schon beim Betrachten des Fotos wohl gerne verzichten.

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