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Das sagen Dorstens Politiker und ein Sozialpfarrer a.D. zum Verkauf der LEG-Wohnungen

LEG Wohnen

Die Verkaufsabsichten der LEG in Wulfen-Barkenberg haben in Dorsten Erschütterungen ausgelöst. Nun haben sich CDU, SPD, AfD und ein Sozialpfarrer außer Dienst geäußert.

Wulfen-Barkenberg

, 21.05.2019 / Lesedauer: 3 min
Das sagen Dorstens Politiker und ein Sozialpfarrer a.D. zum Verkauf der LEG-Wohnungen

Die LEG will fast 1200 Wohnungen in Barkenberg verkaufen, darunter auch die an der Kampstraße. © Claudia Engel

Menschen statt Rendite“ – so hat Swen Coralic, Vorsitzender der SPD Wulfen, seine Stellungnahme überschrieben. „Eigentümer und Mieter auch anderer Wohnungsgesellschaften im gesamten Stadtteil haben Angst, dass Wulfen durch die Ankündigung der LEG ins Bodenlose fällt und dadurch ihre Häuser und Wohnungen an Wert verlieren“, sagt Coralic. Die Stadt Dorsten solle den Kauf der LEG-Immobilien sowie die Grundstücke des Unternehmens an erster Stelle forcieren. Sei ein Kauf nicht leistbar, „müssen alle Hebel in Bewegung gesetzt werden, dass das Land NRW der Stadt Dorsten finanziell unter die Arme greift“.

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Dr. Hans-Udo Schneider, Sozialpfarrer a.D., wirbt darum, „Vertrauen zurückzugewinnen“. „2008 wurde die Landesentwicklungsgesellschaft privatisiert. Mit einem Schlag verkaufte die CDU-/FDP-Landesregierung 91.000 Wohnungen.“ Die heutigen Besitzer seien Fonds, Versicherungsgesellschaften und internationale Banken. „Der Wohnungsmarkt ist zu einem Haifischbecken verkommen, Gewinner sind wenige, Verlierer viele“, sagt Schneider. Die Sorgen der 4000 Menschen um ihre Zukunft sind für Hans-Udo Schneider nachvollziehbar: „Die Multis der Branche wie Vonovia, Deutsche Wohnen Gruppe und LEG zieht es in die Schwarmregionen“, sagt er. Das seien vor allem 30 Städte in Deutschland, „wo die Gewinnaussichten am stärksten sind“. Wer Vertrauen gewinnen wolle, „muss jetzt handeln“, appelliert Schneider und spricht sich für den Rückkauf von Wohnungen durch die Stadt aus.

Bei Guido Hegemann, stellvertretender Vorsitzender der CDU Rhade, hat die Stellungnahme der SPD-Stadtverbandsvorsitzenden Jennifer Schug zum Verhalten des Bürgermeisters „Kopfschütteln ausgelöst“: „Jeder weiß doch wohl, dass privatrechtliche Belange weder durch eine Behörde und schon gar nicht durch den Bürgermeister ohne Zustimmung publik gemacht werden dürfen. Dazu zählen selbstverständlich auch die mitgeteilten Bestrebungen der LEG, deren Wohnungsbestand in Wulfen-Barkenberg zu veräußern. Den subtilen Eindruck beim Leser zu erwecken, Bürgermeister Tobias Stockhoff hätte hier Gesetze brechen sollen oder zum Wohle seiner Bürger sogar rechtswidrig brechen müssen, kann doch wohl nicht ernsthaft die Forderung einer (sozial-)demokratischen Partei sein, die nach Recht und Gesetz agiert“, sagt Hegemann.

AfD-Stadtverbandsprecher Marco Bühne sagt: „Über die Rechtmäßigkeit des bürgermeisterlichen Schweigens mag eine juristische Prüfung Auskunft geben. Unser dringender Appell an die Stadtspitze und alle im Rat vertretenen Parteien: Konzentrieren Sie sich auf die sachliche Arbeit, stellen Sie das Interesse des Bürgers in den Mittelpunkt kommunalpolitischen Handelns.“ Bühne empfiehlt, darüber zu reden, „über welche Möglichkeiten der Einflussnahme die Stadt gegenüber dem Land, der LEG oder einem möglichen Investor“ verfügt. Außerdem würde er einen Runden Tisch mit Betroffenen und Akteuren begrüßen.

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