Das sind unsere Menschen des Jahres 2019 in Dorsten

rnMenschen des Jahres

Über sie haben die Dorstener im letzten Jahr aus unterschiedlichen Gründen gesprochen. Sie sind für uns deshalb Menschen des Jahres 2019. Die Auswahl ist natürlich ganz subjektiv.

Dorsten

, 31.12.2019, 07:30 Uhr / Lesedauer: 3 min

Das Bündnis „Wir in Dorsten gegen Rechts“

Im Vorfeld der Europawahl im Mai 2019 standen sie jeden Samstag mit Plakaten auf dem Marktplatz. Bei der ersten öffentlichen Veranstaltung der AfD im September in Dorsten organisierten sie eine Gegendemonstration. 500 Menschen machten mit.

„Wir werden auch im nächsten Jahr deutlich Zeichen gegen jede Form von Rechtsextremismus und Ausländerhass setzen“, sagt Ruth Lange, eine der Initiatoren des Bündnisses „Wir in Dorsten gegen Rechts“. Die Kommunalwahl im September wird die Gruppe sicherlich mobilisieren.

Das sind unsere Menschen des Jahres 2019 in Dorsten

Rund 500 Dorstener demonstrierten im September für Toleranz, Vielfalt und Respekt. Sie zogen vom Marktplatz zum Hochstadenplatz, wo die AfD in der Petrinum-Aula ihre erste öffentliche Veranstaltung in Dorsten abhielt. © Robert Wojtasik

Pfarrer Ulrich Franke hat Spuren hinterlassen

Ein Pfarrer, der 25 Jahre in Dorsten gewirkt hat, entscheidet aus freien Stücken, eine neue Aufgabe anzunehmen. Das hat viele Menschen in der Gemeinde St. Agatha überrascht und traurig gemacht, doch sein Entschluss nötigt auch Respekt ab.

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Die neue Wirkungsstätte von Ulrich Franke in Olfen ist kleiner, überschaubarer. Dorsten behält er in positiver Erinnerung. „Und das Positivste verbinde ich mit allem, was ich mit den Menschen zusammen gemacht habe.“

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Pfarrer Ulrich Franke hat nach 25 Jahren Dorsten und die Gemeinde St. Agatha verlassen. © Stefan Diebcker

Norbert Holz, unermüdlich im sozialen Bereich aktiv

Norbert Holz zeichnet sich vor allem durch sein Engagement im sozialen Bereich aus. Er ist seit über 50 Jahren im Pfarrgemeinderat der Kirchengemeinde St. Josef in Hervest tätig. Er ist 1. Vorsitzender der Mr. Trucker Kinderhilfe und einer der Motoren der Hervest-Konferenz.

Eine große Ehre wurde Norbert Holz im Herbst zuteil. Der Hervester erhielt im Oktober im Kreishaus von Landrat Cay Süberkrüb das Bundesverdienstkreuz. „Diese Auszeichnung wäre nicht möglich gewesen ohne den Rückhalt der Familie und auch nicht ohne die vielen Menschen, die bei der Mr. Trucker Kinderhilfe mitwirken: Man kann der Motor sein, aber Sprit braucht man auch.“

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Norbert Holz wurde von Landrat Cay Süberkrüb mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. © Kreis Recklinghausen

Der Junge, der mal ein Mädchen war

Geboren wurde er als Mädchen, doch froh darüber war er eigentlich nie. Jetzt ist Sam Wagner ein Junge. In diesem Jahr hat der inzwischen 18-Jährige seine Geschichte öffentlich gemacht und großen Zuspruch erfahren.

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„Ich fühle mich endlich wohl in meinem Körper“, sagt der junge Mann. Er hat sich von einem inneren Leidendruck befreit. Doch es war ein langer und steiniger Weg dorthin. Irgendwann möchte Sam sich Gebärmutter und Eierstöcke entfernen lassen, doch das hat noch Zeit. „Ich fühle mich auch so männlich genug.“

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Geboren ist Sam Wagner als Mädchen – heute fühlt er sich nicht nur als Junge, er sieht auch endlich so aus. © Julian Schäpertöns

Johannes Kratz, der „Park-Bürgermeister“

Johannes Kratz, hätte es sich einfach machen und den Ruhestand genießen können. Als „Freund klarer und transparenter Motivationslagen und Entscheidungsgrundlagen“ hat sich der ehemalige Leiter der Gesamtschule Wulfen dann aber entschlossen, sich in verantwortungsvoller Position um den Bürgerpark Maria Lindenhof zu kümmern.

Den Begriff des „Park-Bürgermeisters“ hat er nicht erfunden. Aber er findet, dass das Stadtkrone-Projekt, einst von Marion Taube initiiert, nicht den Status eines einmaligen Highlights verdient, sondern den eines richtungsweisenden Impulsgebers. 2019 war der Anfang für mehr.

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Johannes Kratz führt den Förderverein, der sich um den Bürgerpark Maria Lindenhof kümmert. So entstand der Titel „Park-Bürgermeister“. © Michael Klein

Der Lebensretter am Telefon

Der 12. Mai wird für alle Beteiligten wohl noch lange in Erinnerung bleiben, denn als Petra Dryja an diesem Morgen ihren Ehemann findet, geht es plötzlich um Leben und Tod. Sie wählt die Notrufnummer 112 und landet bei Markus Terwellen in der Kreisleitstelle der Feuerwehr in Recklinghausen.

Der Rhader gibt telefonisch exakte Erste-Hilfe-Anweisungen, während Rettungswagen und Notarzt unterwegs sind. Das hat Martin Dryja das Leben gerettet. Er wurde zehn Tage später ohne bleibende Schäden aus dem Krankenhaus entlassen.

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Markus Terwellen half telefonisch einem Menschen das Leben zu retten. © Bludau

„Mister Barkenberg“ und sein Lebenswerk

Er hat ein wenig nachdenken müssen, ob er den Preis überhaupt annimmt. Aber schließlich willigte Rainer Diebschlag ein und wurde bei der Ehrenamtsgala 2019 für sein Lebenswerk geehrt.

Der langjährige Lehrer der Gesamtschule Wulfen führte Menschen bei mehr als 100 Spaziergängen durch „sein“ Barkenberg, Er empfand es als Geschenk, dass der Stadtumbau in dem Ortsteil und seine Pensionierung in ein Jahr fielen. Jetzt tritt „Mister Barkenberg“ (74) kürzer, engagiert sich aber noch immer im Literaturclub im Gemeinschaftshaus Wulfen.

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Rainer Diebschlag vor einem der Barkenberger "Sahnestücke", dem Barkenberger See mit der Gesamtschule Wulfen im Hintergrund. © Claudia Engel

Luca Schlotmann und Hans Schuster

So recht wussten Luca Schlotmann und Hans Schuster nicht, worauf sie sich einließen, als sie auf Wunsch der Interessengemeinschaft Altstadt die Organisation von Altstadt- und Herbstfest übernahmen. Doch sie haben‘s hinbekommen und „nebenbei“ noch zwei neue Veranstaltungsformate eingeführt: den Feierabendmarkt und den Winterzauber.

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„Für Dorsten“ machen sie das, Geld verdienen lässt sich mit den Festen nicht unbedingt. Das „Lehrjahr“ haben sie mit Bravour und viel Engagement gemeistert, im neuen Jahr geht es weiter. „Wir freuen uns“, sagen sie. Und viele Menschen in Dorsten freuen sich auch.

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Luca Schlotmann und Hans Schuster haben die Organisation der großen Stadtfeste übernommen und „nebenbei“ zwei neue Veranstaltungsformate etabliert. © Ralf Pieper

Die erste Erste Beigeordnete

Der allgemeine Stellvertreter des Bürgermeister ist ein Mann. So war es immer in Dorsten - bis Nina Laubenthal kam. Die Kirchhellenerin wurde im Frühjahr als erste Frau zur Ersten Beigeordneten vereidigt.

Die Volljuristin war die Wunschbesetzung von Bürgermeister Tobias Stockhoff - nicht nur wegen ihres CDU-Parteibuchs. Sie selbst sagte in einem Interview: „Es ist ein Vorteil, wenn man sich in Verwaltungsrecht auskennt und weiß, wie man Verfügungen schreibt.“

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Nina Laubenthal wurde von Bürgermeister Tobias Stockhoff als Erste Beigeordnete Dorstens vereidigt. © Stefan Diebäcker

Das medizinische Wunder

2008 wurde bei dem Dorstener Rolf Zimmermann Bauchspeicheldrüsenkrebs diagnostiziert. Früher war das ein Todesurteil, doch die medizinische Versorgung hat sich verbessert.

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Und doch hatte er auch Glück, weil die Ärzte die Symptome richtig deuteten. Nach der Entfernung von Bauchspeicheldrüse, Milz und Gallenblase und einigen Chemotherapien gilt der 74-jährige Dorstener als geheilt. Und genießt nun sein Leben gegen jede Wahrscheinlichkeit.

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Der erste Weg führt Rolf Zimmermann im St. Josef-Hospital immer in die Kapelle der Klinik. Während seiner Krankheit nahm er sich hier die Zeit, zur Ruhe zu kommen. Heute dankt er Gott dort für seine Heilung. © Jennifer Uhlenbruch

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