„Das war echt ein Schock fürs Leben“

Brandstifter-Prozess

Vor dem Essener Schwurgericht hat der Prozess um das Feuer-Drama von der Lippestraße begonnen. Ein 24-jähriger Bewohner des Wohn- und Geschäftshauses soll in der Nacht auf den 15. November einen Brand gelegt haben. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm versuchten Mord vor.

Dorsten/Essen

05.10.2017 / Lesedauer: 2 min
„Das war echt ein Schock fürs Leben“

Der Angeklagte soll am 15. November 2016 den Brand in der Wohnung an der Lippestraße gelegt haben.

Möglicher Hintergrund der Tat: Streitigkeiten unter den Nachbarn. Dass es in dem Haus in den Wochen vor der Feuernacht hoch her gegangen ist, bestätigten am Donnerstag mehrere Zeugen. „Mit dem Angeklagten gab es immer Stress“, erklärte ein 27-jähriger Nachbar aus dem Dachgeschoss. Der Angeklagte habe ständig nachts die Musik laut aufgedreht und auch sonst nur gestört. „Im Keller war alles verdreckt und in seiner Wohnung hat er an Rollern rumgeschraubt und manchmal sogar nachts die Motoren gestartet.“

Rauschgift im Spiel

Der 27-jährige Zeuge hatte mehr als nur einmal den Verdacht, dass der Angeklagte regelmäßig und viel Rauschgift nahm. „Er hatte immer so rote Augen und wirkte zappelig und nervös“, sagte der Nachbar. Auch in der Brandnacht habe sich der 24-Jährige mehr als auffällig verhalten. „Als wir endlich aus dem Haus gerettet worden waren, hat er uns nur hämisch angegrinst und war dabei schon wieder so unruhig.“

An das Feuer erinnern sich der 27-Jährige und seine Lebensgefährtin voller Schrecken. Plötzlich sei die Wohnung voller Rauch gewesen. An eine Flucht durch das Treppenhaus hätten sie deshalb nicht mehr denken können. „Wir sind dann auf das Dach und von dort mit der Drehleiter der Feuerwehr gerettet worden“, sagten die Zeugen. „Das war echt ein Schock fürs Leben.“

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