Großeinsatz der Polizei

Das Wunder von Holsterhausen: Verunglückter Rollstuhlfahrer übersteht kühle Nacht

Nach mehr als zwölfstündiger Suche ist ein vermisster Rollstuhlfahrer in Dorsten gefunden worden. Der Mann (79) hat sogar eine kühle Nacht beinahe schadlos überstanden.

Nahe des Wasserwerks in Holsterhausen ist am Mittwochvormittag ein 79-jähriger Rollstuhlfahrer aus Dorsten aufgefunden worden. Seit Dienstagabend hatte die Polizei nach dem Mann gesucht, u.a. mit einem Hubschrauber und einem Mantrailer-Hund.

„Es geht ihm verhältnismäßig gut“, bestätigte Polizeisprecherin Annette Achenbach. „Der Mann ist ins Krankenhaus gebracht worden und wird ärztlich untersucht, aber offenbar hat er die Nacht in seiner misslichen Lage verhältnismäßig gut überstanden.“ Bekannte berichteten auf Facebook, dass er nur mit einer Jogginghose und einem T-Shirt bekleidet war.

Der Senior hatte sich am Dienstagabend per Handy bei der Polizei gemeldet, nachdem er offenbar aus seinem E-Rollstuhl gefallen war und nicht alleine aufstehen konnte. Den Unfallort in Holsterhausen konnte er aber offenbar nur unzureichend beschreiben. Anschließend gab es keinen Kontakt mehr. Die Kripo in Recklinghausen stufte den Hilferuf von Anfang an als seriös ein.

Suche mit Hubschrauber und Hund

Die Polizei setzte am Abend zunächst einen Hubschrauber ein, konnte das Unfallopfer aber nicht finden. Daraufhin wurde ein Spezialist mit einem Mantrailer-Hund aus Heinsberg angefordert – die nächtliche Suche blieb ebenfalls ergebnislos. Die Spürnase nahm offenbar eine falsche Fährte auf.

Die Suche wurde nach dem Vermissten wurde am Morgen fortgesetzt, u.a. setzte die Polizei eine Drohne ein. Schließlich war es laut Polizeisprecherin Achenbach aber ein Spaziergänger, der den alten Mann am Wegesrand im Bereich Am Kreskenhof fand.

Die Polizei bestätigte, dass er noch zu Hause mit seiner Frau zusammenlebt. Er hatte die gemeinsame Wohnung wohl am Dienstagnachmittag verlassen.

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Redaktionsleiter in Dorsten
Veränderungen gab es immer, doch nie waren sie so gravierend. Und nie so spannend. Die Digitalisierung ist für mich auch eine Chance. Meine journalistischen Grundsätze gelten weiterhin, mein Bauchgefühl bleibt wichtig, aber ich weiß nun, ob es mich nicht trügt. Das sagen mir Datenanalysten. Ich berichte also über das, was Menschen wirklich bewegt.
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Stefan Diebäcker