DB Netz will Bahnübergang Burenkamp schließen - die Bürger stemmen sich dagegen

rnBahnübergang Burenkamp

Die DB Netz AG möchte den Bahnübergang Burenkamp in Dorsten-Wulfen schließen. Nun muss sie mit geballten Protesten und Einwänden fertig werden. Das könnte eine Wendung herbeiführen.

Wulfen

, 11.10.2019, 10:10 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Bahnübergang am Burenkamp in Wulfen ist eine Transitstrecke zwischen Deuten und Wulfen. Und wird von vielen Einheimischen als Abkürzung zwischen Bundesstraße 58 und Hervester Straße genutzt. Im Juni 2019 dann die böse Überraschung: Die Deutsche Bahn Netz AG plant, den Bahnübergang für immer zu schließen. Aus Kostengründen. Und weil die Bahn „die Sicherheit erhöhen und den Lieferverkehr zu den anliegenden Firmen verbessern“ möchte.

Dagegen hat sich scharfer Protest gerührt. Anwohner und Gewerbetreibende im Wulfener Gewerbegebiet sind gegen die Schließung, auch die Stadt und die städtische Wirtschaftsförderung Windor sind gegen die Schließung. Sie alle haben ihre Einwände und Bedenken zu Papier gebracht und der Bezirksregierung Münster zukommen lassen. Hier wird das Anhörungsverfahren für das zuständige Eisenbahnbundesamt geführt.

47 schriftliche Einwendungen liegen in Münster vor

„Der Bezirksregierung Münster liegen 47 rechtzeitig eingegangene schriftliche Einwendungen vor. Diese Einwendungen wurden sowohl von Privatpersonen als auch von Geschäftsleuten eingereicht. Die Einwendungen wurden der DB Netz AG übersandt, die derzeit eine Gegenäußerung erstellt“ - das sagt uns auf unsere Anfrage UIla Lütkehermölle, Sprecherin der Bezirksregierung Münster.

Allerdings werde die Bezirksregierung nicht über das Verfahren entscheiden. „Die Bezirksregierung führt lediglich das Anhörungsverfahren für das Eisenbahn-Bundesamt durch. Die Entscheidung über das Vorhaben liegt beim Eisenbahn-Bundesamt. Ob und wann eine Entscheidung in diesem Verfahren getroffen wird, ist derzeit noch nicht absehbar“, so Lütkehermölle.

Das ist auch der Informationsstand, den ein Anlieger des Wulfener Bahnüberganges, Max Schürmann, hat. Er gehört mit zu einer Gruppe von Wulfenern, die den Widerstand gegen die Bahnpläne organisiert haben. „Wir warten jetzt auf die Antwort der DB Netz AG“, so Schürmann. Vor November rechnen die Wulfener aber kaum mit einer Antwort. „Das dauert sicher noch“, sagt Schürmann.

Stadt hat ebenfalls erhebliche Bedenken vorgetragen

Die Stadt, die ebenfalls erhebliche Bedenken gegen die Schließungspläne vorgetragen hat und eine „empfindliche Störung der städtebaulichen Entwicklung in Wulfen sowie eine erhebliche Einschränkung für Verkehrsabläufe und die lokale Ökonomie“ befürchtet, favorisiert eine eigene Variante. Und die traf auch auf Zustimmung in einer Bürgerversammlung im Sommer. Demnach sollte der Bahnübergang einige Meter nach Norden verlegt werden und darf dann nur noch von Pkw und Kleintransportern genutzt werden.

Fahrzeuge ab 3,5 Tonnen müssten den Bahnübergang an der Köhler Straße nutzen, der vorher saniert werden müsste.

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