Dealer muss "nur" ein Jahr hinter Gitter

DORSTEN Im Berufungsprozess gegen einen 25-jährigen Dorstener, der wegen gewerbsmäßigen Drogenhandels zu zwei Jahren Freiheitsstrafe verurteilt worden war, hielt sich das Landgericht Essen am Ende an die knallharten Beweise und reduzierte das Strafmaß um die Hälfte.

von Von Martina Ricken

, 20.11.2008, 17:56 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die Gewerbsmäßigkeit könne trotz starker Indizien nicht nachgewiesen werden, meinte Richterin Nitsch am Donnerstag. Der Gang ins Gefängnis wird dem Dorstener allerdings nicht erspart, denn Bewährung gab es für den Angeklagten nicht mehr.

Beinahe unter den Augen von Polizeibeamten hatte der Angeklagte Amphetamine verkauft. Die Ermittler waren auf der Suche nach dem Dorstener, um einen Sicherungshaftbefehl zu vollstrecken. Der Haftbefehl war erlassen worden, weil der Angeklagte Bewährungsauflagen nicht eingehalten hatte und als "untergetaucht" galt.Wohnung wurde observiert

So wurde das Haus, in dem der Dorstener wohnte, observiert. Die Beamten bewiesen einen guten Riecher, als sie einen der vielen Besucher, die das Haus im fliegenden Wechsel betraten und verließen, kontrollierten. Der Mann gab dann auch zu, vom Dorstener Amphetamine gekauft zu haben.

Dass er mindestens zwei Mal Kunde beim Angeklagten war, gab der Zeuge auch vor Gericht zu. "Da war vermutlich noch viel mehr", meinte Richterin Nitsch. Das sei aber eben nicht sicher zu beweisen. Auch wenn die Menge Amphetamine und die Feinwaage, die im Zimmer des Angeklagten gefunden wurden, sehr stark dafür sprechen würden.

Beliebter Treffpunkt

So ging das Gericht vom einfachen Drogenhandel aus und reduzierte die Strafe um ein Jahr. Mehr war nicht drin, denn der Angeklagte lebt weiterhin gemeinsam mit seinem Freund, der offizieller Mieter ist, in besagter Wohnung. Einer Wohnung, von der der Inhaber selbst sagt, sie sei ein "beliebter Treffpunkt zum Drogenkonsum".

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