DeKoWe ringt um die Existenz

31.07.2007, 18:56 Uhr / Lesedauer: 1 min

Dorsten "Wir machen weiter!" Obwohl DeKoWe-Firmenchef Henner Schürholz am Mittwoch letzter Woche schweren Herzens den Insolvenz-Antrag für seine GmbH stellen musste, hofft er, gemeinsam mit dem vorläufigen Insolvenz-Verwalter Bernd Depping das Teppich-Traditions-Unternehmen doch noch retten zu können. Die Frist dazu läuft bis Ende September.

Bisher sei die Deutsche Kokos-Weberei (DeKoWe) keinen Cent Lohn, Zinsen oder Tilgung schuldig geblieben. Um jedoch der drohenden Zahlungsunfähigkeit zuvor zu kommen, blieb keine andere Wahl: "Zwar ist der Umstrukturierungs-Prozess gut angelaufen und Maß gefertigte Naturfaser-Teppiche sind ein wachsendes Segment, aber leider sind Konsum und Absatz auf dem Heimtextilien-Markt zu gering", beklagt Schürholz, dass anders als etwa bei Handys in dieser Produkt-Sparte die Inland-Nachfrage noch nicht in Schwung gekommen ist.

Die goldenen Zeiten des 1887 gegründeten Betriebes an der Marienstraße sind schon lange vorbei. In den 50er-Jahren waren dort bis zu 600 Mitarbeiter beschäftigt. Danach leiteten die Mechanisierung und der internationale Verdrängungs-Wettbewerb einen allmählichen Schrumpfprozess ein, der in den letzten Jahren durch die Globalisierung forciert wurde. "2006 haben wir auch noch Ikea als Kunden verloren, aber wenn die Konkurrenz aus China, Indien und Mexiko die Waren 35 % unter unserem Selbstkostenpreis anbietet, können wir nicht mithalten."

Derzeit beschäftigt DeKoWe noch 20 Mitarbeiter. Ob ihre Arbeitsplätze erhalten bleiben, hängt davon ab, ob in den nächsten Wochen die Umstellung zum Service- Unternehmen gelingt. kdk

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