Dela stillgelegt, Insolvenzverfahren eröffnet

Recylingfirma im Indupark

Im Wirtschaftskrimi um die betrügerischen Machenschaften im Dorstener Werk der Recyclingfirma "Dela" GmbH mit Hauptsitz in Bad Oeynhausen gibt es neue Entwicklungen.

Dorsten

, 02.05.2014, 17:42 Uhr / Lesedauer: 1 min
Dela stillgelegt, Insolvenzverfahren eröffnet

Unter anderem wurden im Dela-Werk gebrauchte Katalysatoren aus der chemischen Industrie entsorgt.

Die Bezirksregierung Münster hat in dieser Woche angeordnet, den laufenden Betrieb im Industriepark Dorsten/Marl stillzulegen. Außerdem hat die neue Geschäftsführung einen Antrag auf Insolvenz gestellt.

Wie berichtet, werden die beiden vormaligen Geschäftsführer beschuldigt, zur Unter-Tage-Entsorgung vorgesehenes Quecksilber illegal ins Ausland gebracht und dort verkauft zu haben. Der Gewinn soll mehrere Millionen Euro betragen haben.Niemand weiß, wie es weitergeht

Das Insolvenzverfahren über das Vermögen der im Handelsregister Bad Qeynhausen eingetragenen Dela GmbH ist am vergangenen Freitag eröffnet worden. Das Amtsgericht Bielefeld ernannte Rechtsanwalt Dr. Thorsten Fuest aus Bielefeld zum vorläufigen Insolvenzverwalter. "Da ich erst seit wenigen Tagen mit der Sache betraut bin, kann ich derzeit nicht sagen, wie es mit dem operativen Geschäft in Dorsten weitergeht", erklärte er auf Anfrage unserer Zeitung. Er legte Wert auf die Feststellung, dass die Dela-Werke in Beckum, Essen und Bad Oeynhausen nicht von der Stilllegung betroffen seien.

Sigrun Rittrich, Pressesprecherin der Bezirksregierung Münster, erklärte, dass es für die behördlichen Ermittlungen erforderlich gewesen sei, den Dorstener Betrieb vorerst zu schließen. "Es muss geklärt werden, wie viel Quecksilber noch in Dorsten gelagert ist, wo es herkam und wo es hinging."

Weitere Festnahme

Ralf Eberstadt, der das hiesige Dela-Werk nach zwischenzeitlicher Inhaftierung seiner Vorgänger als Geschäftsführer übernommen hat, bestätigte, dass inzwischen alle Maschinen im Gewerbepark Dorsten/Marl stillstehen. "Gemeinsam mit dem Insolvenzverwalter sind wir aber bemüht, den Betrieb irgendwann weiterzuführen", will er die letzte leise Hoffnung aber noch nicht aufgeben.

Unterdessen erklärte die zuständige Schwerpunkt-Staatsanwaltschaft in Bochum, dass es eine weitere Festnahme geben habe - der Verdächtige soll die nötigen Kontakte ins Ausland besorgt und dafür mitkassiert haben.

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