Dem Jobcenter 55.000 Euro-Erbe verschwiegen

Bewährungsstrafe

Ein 55-jähriger Dorstener wurde am Mittwoch vom Dorstener Schöffengericht wegen Betrugs zu einer achtmonatigen Bewährungsstrafe verurteilt. Seine mitangeklagte Partnerin wurde freigesprochen.

Dorsten

, 01.02.2017, 16:32 Uhr / Lesedauer: 1 min

Im Frühjahr des letzten Jahres ging ein anonymes Schreiben beim Jobcenter Dorsten ein. Inhalt: Ein namentlich benannter Bezieher von Arbeitslosenhilfe habe eine Menge Geld geerbt, sich einen neuen Wagen gekauft und weitere teure Anschaffungen gemacht.

Geständnis abgelegt

Eine Mitarbeiterin der Behörde ging der Sache nach – und siehe da: Der von unbekannter Seite angeschwärzte 55-jährige Dorstener gab ihr gegenüber sofort zu, die Erbschaft dem Jobcenter mehr als ein Jahr lang verschwiegen und damit zu Unrecht weiter staatliche Unterstützung erhalten zu haben. Denn eigentlich hätte er die rund 55.000 Euro (abzüglich 11.000 Euro Erbschaftssteuer), die ihm von seinen verstorbenen Onkel vermacht worden waren, angeben müssen. Gestern musste sich der Mann deswegen vor dem Dorstener Schöffengericht wegen Betruges verantworten. Auch da legte er ein Geständnis ab. „Endlich hatte ich mal Geld, ich habe da gar nicht drüber nachgedacht“, sagte er.

Aus Mangel an Beweisen

So ganz ohne (Hinter-)Gedanken war er aber nicht: Für die Barschaft legte er eigens ein neues Konto an, damit das Jobcenter keinen Wind davon bekommen sollte. Das Geld habe er dann in „drei, vier Monaten verballert“, so der Angeklagte, eine Menge davon in Spielhallen. Auch seine Lebensgefährtin, die mit ihm in einer Bedarfsgemeinschaft lebt und deshalb gemeinsam mit ihm vom Jobcenter veranlagt wird, saß mit auf der Anklagebank. „Es war mein Konto, sie kam gar nicht an das Geld heran“, sagte der 55-Jährige aber. Seine Partnerin schwieg zu den Vorwürfen. Mangels Beweisen sprach das Gericht sie frei. Der Angeklagte wurde zu acht Monate auf Bewährung verurteilt.

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