Meinung

Demokraten müssen Wahlwerbung aushalten, auch wenn’s schwer fällt

Was geht eigentlich in Menschen vor, die sich zerstörerisch über Wahlplakate hermachen? Warum warten sie nicht einfach ab, bis Werbung und Kandidaten von selbst verschwinden?

Meist sind Wahlplakate ja ziemlich langweilig. Und ich bin gar nicht begeistert davon, wenn meine ganze Straße mit Kandidaten zugepflastert wird, die ich nicht leiden kann. Oder noch schlimmer, die ich schlichtweg für unwählbar halte. Aber ich würde niemals auf die Idee kommen, ein Plakat abzureißen.

Ich habe auch keinen künstlerischen Geltungsdrang, deshalb kritzele oder sprühe ich auch nicht auf diesen Plakaten herum. Und schon gar nicht klaue ich mir eines für die Dekoration meines Zuhauses oder die Befüllung meiner Mülltonne.

Vandalismus ist nie witzig, macht nie Sinn, ist immer unsozial und im Falle der Wahlplakate auch undemokratisch, denn jede Partei hat das Recht, für ihre Kandidaten zu werben.

Wer das schlecht aushalten kann, sollte sich einfach in Geduld üben. In ein paar Wochen ist der Spuk wieder vorbei, sind Laternen und Straßenränder wieder befreit von Slogans und mehr oder weniger gelungenen Aufnahmen von mehr oder weniger begabten Politikern und Politikerinnen.

Wer das nur schlecht aushalten kann, sollte in diesen paar Wochen vor der Wahl einfach dran denken: Mit den Plakaten verschwinden auch viele Kandidaten in der Versenkung. Beide gleichermaßen verdient. Mir ist das immer wieder ein großer Trost.

Über die Autorin
Redaktion Dorsten
Geboren und geblieben im Pott, seit 1982 in verschiedenen Redaktionen des Medienhauses Lensing tätig. Interessiert an Menschen und allem, was sie anstellen, denken und sagen.
Zur Autorenseite
Petra Berkenbusch