Der Bergbau versilbert seine Waldflächen - auch in Dorsten

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Die Ruhrkohle AG wird revierweit 1000 Hektar Waldfläche verkaufen. Abnehmer sind der Regionalverband Ruhr und eines seiner Tochterunternehmen. Viele Grundstücke sind auf Dorstener Gebiet.

Dorsten

, 15.07.2020, 15:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Ruhrkohle AG (RAG) wird sich von gut 1000 Hektar Wald- und Freiflächen im gesamten Ruhrgebiet trennen. Käufer des 12-Millionen-Euro-Pakets sind zum einen der Regionalverband Ruhrgebiet (RVR) mit 860 Hektar, zum anderen die RVR-Tochter „Abfallbeseitungsgesellschaft Ruhr (AGR)“ mit 200 Hektar. Viele dieser Grundstücke befinden sich in Dorsten.

Wald nahe Hürfeld-Halde

Wie RVR-Pressesprecherin Barbara Klask auf Anfrage erklärte, hat der Regionalverband Ruhrgebiet insgesamt 860 Hektar erworben, davon allein 126,7 Hektar in Dorsten. Diese teilen sich in etwa ein Dutzend Kleinflächen auf. Die größte davon ist ein Waldstück in unmittelbarer Nähe der Hürfeld-Halde.

In Altendorf-Ulfkotte gehören insgesamt gut 48,2 Hektar zu der Erwerbsmasse. In Deuten/Wulfen sind es 37,0 Hektar, im Bereich Hervest/Holsterhausen 41,4 Hektar, zum Großteil nördlich des Marienviertels.

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Der RVR-Eigenbetrieb Grün wird die Flächen sichern und pflegen, mit dem Ziel, die „grüne Infrastruktur des Ruhrgebiets auszubauen“. Hierbei stünden der Klimaschutz und die Erholungsqualität gleichrangig neben der Holzproduktion. Zudem werden geeignete Teilflächen zu Naturschutzzwecken und für Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen bereitgestellt.

Die Karte zeigt auch die Waldflächen des Regionalverbands Ruhrgebiet in Dorsten. Grün ist der Bestand, rot sind die neuen Flächen.

Die Karte zeigt auch die Waldflächen des Regionalverbands Ruhrgebiet in Dorsten. Grün ist der Bestand, rot sind die neuen Flächen. © Karte: RVR

Mit 15.600 Hektar Waldbesitz ist der RVR einer der größten kommunalen Waldbesitzer in Deutschland. Der Eigenbetrieb Ruhr Grün bewirtschaftet mit rund 120 Mitarbeitern etwa 20 Prozent der Waldflächen der Metropole Ruhr.

Er betreut zudem 95 Naturschutzgebiete auf rund 4.500 Hektar Fläche, zumeist in enger Kooperation mit den Biologischen Stationen im Ruhrgebiet.

Ex-Mannesmann-Wald

So gehören auch die Waldflächen rund um die Biologische Station in Lembeck, der ehemaligen Mannesmann-Wald beiderseits der B 224 (Schermbeck/Dorsten) und eine große Fläche im nördlichen Rhade zum RVR-Besitz in Dorsten.

Den Rest der verkauften RAG-Flächen hat die Abfallbeseitigung-Gesellschaft Ruhrgebiet (AGR) übernommen. Von den insgesamt 200 Hektar Wald liegen etwa ein Drittel auf Dorstener Stadtgebiet, erklärt AGR-Pressesprecher Dr. Jürgen Fröhlich.

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Dabei handelt es sich um kleinere Flurstücke im Bereich des Kusenhorstbachs sowie des Gecksbachs westlich der Lippramsdorfer Straße und nördlich der Weseler Straße. „Die Flächen werden wie in den vergangenen Jahren weiterhin ordnungsgemäß bewirtschaftet und bleiben als Waldflächen erhalten“, so der AGR-Presseprecher. „Die gesamten 200 Hektar Wald wollen wir zukünftig mit dem Ziel einer noch höheren CO2-Bindung weiterentwickeln.“

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