Der erste Coronavirus-Fall in Dorsten - die Folgen sind noch nicht absehbar

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In Dorsten ist eine Mitarbeiterin der Vereinten Volksbank am Coronavirus erkrankt. Es ist der erste bestätigte Fall im Kreis Recklinghausen. Die Folgen sind noch nicht absehbar.

Dorsten

, 06.03.2020, 19:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Nachricht traf die Vereinte Volksbank in Dorsten nicht völlig überraschend. Dass sich eine Teilzeit-Mitarbeiterin aus der Kundenbetreuung - ohne Kundenkontakt übrigens - mit dem Coronavirus infiziert haben könnte, war schon am Donnerstag für möglich gehalten worden.

„Wir hatten deshalb eine Abendveranstaltung mit Landwirten in Kirchhellen abgesagt“, sagten die beiden Vorstandsmitglieder Ingo Hinzmann und Manfred Wissing am Freitag zur Mittagszeit. Da wussten sie seit einer Stunde, dass sich der Verdacht bestätigt hat.

Frau war seit Dienstag nicht im Dienst

„Die Frau ist in häuslicher Isolierung und nicht schwer erkrankt“, teilte das Kreisgesundheitsamt mit. Seit Dienstag war die Volksbank-Mitarbeiterin nicht mehr im Büro. Bei welcher Gelegenheit und bei wem sie sich angesteckt hat, ist noch unklar.

Die infizierte Dorstenerin ist dem Vernehmen nach Mutter eines Kita-Kindes. Welche Konsequenzen sich daraus möglicherweise ergeben, wird das Kreisgesundheitsamt entscheiden. Ihr Mann soll nicht positiv getestet worden sein.

15 Volksbank-Mitarbeiter bleiben zu Hause

Ingo Hinzmann und Manfred Wissing hatten vorsorglich alle Volksbank-Mitarbeiter, die mit der erkrankten Kollegin in engerem Kontakt standen, gebeten, am Freitag zu Hause zu bleiben. Die 15 Männer und Frauen werden auch in der kommenden Woche nicht am Arbeitsplatz erscheinen - „eine reine Vorsichtsmaßnahme“, betont der Bankvorstand.

Das Kreisgesundheitsamt habe dies ausdrücklich begrüßt, ebenso die Tatsache, dass die Vereinte Volksbank schon vor einiger Zeit „deutlich erhöhte Hygienemaßnahmen“ ergriffen habe.

Besuch ist „bedenklos möglich“

Niemand weiß indes, wie die Kunden ab Montag reagieren. Kommen sie noch in die Hauptstelle am Voßkampn, obwohl dies, wie Hinzmann bestätigt wurde, „bedenkenlos möglich“ sei. Wie wird die Arbeit bewältigt, die in den nächsten Tagen auf deutlich weniger Schultern verteilt wird?

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„Wir haben einige Krankheitsfälle“, gibt Hinzmanm zu, „aber das ist zu dieser Jahreszeit immer so.“ Jetzt hat sich die Situation nochmal verschärft. „Wir denken deshalb darüber nach, Personal aus anderen Filialen vorübergehend in die Hauptstelle zu holen.“

Bürgermeister Tobias Stockhoff war einer der ersten, die am Freitag vom Volksbank-Vorstand informiert wurden. Er mahnte am Nachmittag „nicht in Panik zu verfallen“. Es sei wichtig, mit Umsicht zu handeln.

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Die Stadtverwaltung wird nur auf Anweisung aus Recklinghausen eingreifen und auch nur dann, wenn sie unmittelbar zuständig ist. Im Rathaus ist eine „Vorbereitungsgruppe“ eingerichtet worden, die am Wochenende in Rufbereitschaft ist.

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