Der Reiz des Fremden

Schermbeck San Cristóbal - in vielen Ohren mag der Name dieser Stadt in der Dominikanischen Republik fremd klingen. In der St. Ludgerus-Gemeinde in Schermbeck hingegen sind die Menschen dieser Stadt und die Mitglieder der Gemeinde "Nuestra Señora de la Paz" inzwischen zu Vertrauten geworden.

22.07.2007, 17:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit 1991 findet ein regelmäßiger Austausch zwischen den Jugendlichen der Gemeinden statt. Alle zwei Jahre sind Jugendliche aus Schermbeck zu Gast in der Dominikanischen Republik. Bisher begaben sich schon etwa 50 Gemeindemitglieder auf die lange Reise, um das Land zu erkunden und beim Bau kleiner ländlicher Kapellen mit anzufassen.

Freudig empfangen

Nun freut sich die Gemeinde über ein weiteres Kapitel des Austausches. Leandra, Divisay, Yulissa und Kelvin sind seit Mittwoch zu Gast in Schermbeck und wurden nicht nur in der Gastfamilie Leßmann, sondern auch in der Gemeinde freudig empfangen. Das Gastgeschenk eines früheren Austauschs ziert den Altarraum: das selbstgemalte Jesus-Bild verströmte eine farbenfrohe Atmosphäre in der Kirche und schenkte den Gemeindemitgliedern einen ersten Eindruck der fremden Kultur.

Mit weiteren Symbolen und einem vorbereiteten Text erinnerten die vier Jugendlichen im Begrüßungsgottesdienst an ihre Heimat. Eine Landkarte und die Flagge der Dominikanischen Republik verdeutlichten nicht nur die räumliche Entfernung zwischen den beiden Gemeinden, sondern sollten vor allem die Verbundenheit mit dem fernen Land herausstellen. Tabak und Rum, Brot und Wein sowie ein Buch als Zeichen der Bildungsarmut waren weitere Symbole einer Kultur, die sich von der hiesigen doch sehr unterscheidet.

Modernes Land

Aber eben diese Unterschiede sind es, die den Reiz des Austausches ausmachen und welche die Jugendlichen am meisten interessieren. "Deutschland ist vor allem ein sehr modernes und organisiertes Land", erinnerte sich Kelvin an seinen ersten Eindruck. Am schönsten seien jedoch die Begegnung mit den Menschen und die Herzlichkeit, mit welcher das Quartett aufgenommen worden sei.

Am Freitag waren die vier jungen Leute zu Gast bei Adveniat in Essen. Dort hatten sie das Grab des heiligen Ludgerus besucht. Auch dem Besuch des Doms zu Münster, einer Fahrt nach Xanten und nach Köln fiebern die Vier entgegen. Die alten Kirchen faszinieren die Jugendlichen und in den 14 Tagen Aufenthalt wollen sie noch viele Eindrücke von Land und Leuten sammeln. tif

Lesen Sie jetzt