Der Sog hat neue Qualität

Dorsten Jeden Sommer der gleiche Sog. Sobald es warm wird, möchten die Menschen ans und ins Wasser. Zur Erfrischung wird gerne auch der Kanal in Anspruch genommen.

20.07.2007, 18:56 Uhr / Lesedauer: 1 min

Seit der Sommer wieder seine sonnige Seite zeigt, sind Plätze am und im Wasser gefragt. "Wenn es schön wird, ist es wie auf Knopfdruck und es geht wieder los", berichtet Thorsten Heske, Leiter der Wasserschutzpolizeiwache Datteln, die für Dorsten zuständig ist. In den vergangenen Wochen fuhren Heske und seine Kollegen im Bereich Dorsten, Datteln, Dortmund und Hamm 120 Einsätze gegen Brückenspringer und Schwimmer, die sich an Schiffe anpirschen. 400 Menschen wurde ein Platzverweis erteilt.

"In den Sommerferien geht es ab 11 los, sonst gegen 15 Uhr", nennt Heske die Kernzeiten. In Dorsten sei besonders die "Stadtstrecke des Kanals" betroffen. Hier haben die 26 Wasserschutzpolizisten, von denen sieben für Dorsten zuständig sind, ein waches Auge. "Wir sind auch abends sowie in Zivil oder mit dem privaten Rad unterwegs", rät Heske jugendlichen Schwimmern, sich nicht in falscher Sicherheit zu wiegen. Er betont: "Die Qualität ist eine andere geworden. Zum einen kommen immer mehr Menschen zum Kanal und es herrscht äußerste Aggressivität und Brutalität".

Während früher Schwimmer auf die Schiffe kletterten, um ein Stück mitzufahren und zu plauschen, werde nun geprügelt, bestohlen und beschädigt, so dass manche Schiffsführer den Schwimmern nicht gegenüber treten möchten. "Auch uns von der Wasserschutzpolizei schlägt Aggressivität entgegen", bedauert Thorsten Heske die neue Qualität, "die es natürlich auch in Dorsten gibt". Dennoch freut sich der Wachleiter weiter über die "ehrenwerten Bürger, die sich vorbildlich verhalten, baden und sogar ihren Müll mit nach Hause nehmen. Die sind in der Überzahl". se

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