Der Stadt fehlen die Zivildienstleistenden

Wegfall der Wehrpflicht

Mit dem Wegfall der Wehrpflicht wird ab Sommer auch der Zivildienst der Vergangenheit angehören - und das stellt die Stadt vor Probleme. "Wir haben noch kein Rezept, wie wir das auffangen", räumt Pressesprecherin Lisa Bauckhorn ein.

DORSTEN

von Von Michael Klein

, 19.01.2011, 15:25 Uhr / Lesedauer: 1 min
Florian Stein wird der letzte Zivi sein, der im Treffpunkt Altstadt seinen Dienst versehen wird. Auch die Plakatierung von Veranstaltungen zählt zu seinem Aufgabengebiet.

Florian Stein wird der letzte Zivi sein, der im Treffpunkt Altstadt seinen Dienst versehen wird. Auch die Plakatierung von Veranstaltungen zählt zu seinem Aufgabengebiet.

28 Stellen für Zivis hat die Verwaltung derzeit im Angebot: Die Palette reicht über den Rettungsdienst (4), das Grünflächenamt (4) , den integrativen Unterricht (11), die Haldenwangschule (7) bis hin zum Treffpunkt Altstadt (2). Für dessen Leiter Christian Joswig sind die Zivi-Stellen eigentlich unentbehrlich. "Die arbeiten ohne Ende."

Fleißige Zivis Die Zivis arbeiten im Jugendcafe, säubern die Außenanlagen, machen Hausmeister-Dienste, bauen die Bühne für Veranstaltungen auf. Christian Joswig hat das Jugendamt auf die missliche Situation, die ab Sommer herrschen wird, aufmerksam gemacht. "Vielleicht kann man das ja dann über Honorarkräfte regeln", hofft er.

Denn ob sich genügend Freiwillige für solche Arbeiten melden, ist fraglich. "Die Anfragen von Bewerbern sind zögerlich", sagt Lisa Bauckhorn. Sollte es zu Engpässen kommen, bliebe der Stadt nichts anderes übrig, als Leistungen einzuschränken. "Wir können solche Stellen auf Grund der Haushaltssituation ja nicht ausschreiben."

Gespräche mit AWO und Diakonie Ulrich Domhöver, Leiter der Haldenwang-Förderschule, erwartet eine "spannende Entwicklung": "Im Augenblick haben wir noch keine richtige Perspektive", sagt er. Es gibt aber erste Gespräche mit AWO oder Diakonie darüber, ob die Wohlfahrtsverbände Teilnehmer am "Freiwilligen Sozialen Jahr" (FSJ) zur Verfügung stellen können.

Chance für Frauen "Das hat den Vorteil, dass sich auch Frauen bewerben können", sagt DRK-Geschäftsführer Friedhelm Koch. "Wir haben auf Grund der verkürzten Dienstzeiten schon vor Jahren unsere Zivi-Zahl reduziert", erklärt er. Wie auch das Diakonische Werk: Das setzt ebenfalls seit Jahren verstärkt auf Freiwilligen-Dienste. "Im Altenheim Maria Lindenhof bieten wir zum Beispiel Lifetime-Sozialpraktika an", sagt Pressesprecher Michael Horst.

Praktikanten und Ehrenamtliche Noch mehr als bisher schon auf Praktikanten, Ehrenamtliche und Freiwillige wird der Caritasverband setzen, wenn die 18 Zivis demnächst ausbleiben werden. "Bislang haben wir das FSJ aus Kosten-Nutzen-Gründen noch nicht angeboten", erklärt Christian Schlüter von der Personalabteilung. Hingegen habe man das "Essen auf Rädern" schon vor Jahren von Zivis auf Mini-Jobber ungestellt.

Lesen Sie jetzt