Deutschlandweite Großrazzia wegen Cyberkriminalität - Spur führt nach Dorsten-Rhade

rnCyberkriminalität

Am Dienstagmorgen war die Welt in Dorsten nicht mehr in Ordnung: Mit einem Großaufgebot fuhren Einsatzkräfte der Polizei in Rhade vor. Und filzten Keller und Wohnung eines Hauses.

Dorsten, Rhade

, 20.08.2019, 09:02 Uhr / Lesedauer: 2 min

Gegen 7 Uhr fielen im Dorf Rhade bei Dorsten die Bewohner aus den Betten. Eine Kolonne von Einsatzfahrzeugen des Landeskriminalamtes und der Polizei fuhren Am Stuvenberg und an der Tankstelle am Endelner Feld vor. Darunter auch ein Panzerwagen, der zur Sicherung von Sprengstoffen dient. Ein Anblick, der im Dorf außergewöhnlich ist.

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So lief die Razzia in Rhade ab

Polizeieinsatzkräfte sicherten in dem Wohnhaus am Rhader Stuvenberg Beweismaterial, mutmaßlich Stoffe, die Anhaltspunkte auf Verstoß gegen das Waffengesetz, gegen das Sprengstoffgesetz und gegen das Betäubungsmittelgesetz liefern. Laut Auskunft von Nachbarn sollen die Bewohner des Hauses vergangene Woche ausgezogen sein.
20.08.2019
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In den frühen Morgenstunden des Dienstags kam es zu einer Durchsuchungsaktion des LKA und weiteren Kräften, darunter auch Spezialeinheiten, in einem Mehrfamilienhaus in Dorsten Rhade. © Guido Bludau
Die Einsatzkräfte machten vor Ort augenscheinlich Tests mit Proben und nahmen anschließend diverse Kisten und Behälter in einem Spezialfahrzeug mit. © Bludau
In den frühen Morgenstunden des Dienstags kam es zu einer Durchsuchungsaktion des LKA und weiteren Kräften, darunter auch Spezialeinheiten, in einem Mehrfamilienhaus in Dorsten Rhade. © Guido Bludau
In den frühen Morgenstunden des Dienstags kam es zu einer Durchsuchungsaktion des LKA und weiteren Kräften, darunter auch Spezialeinheiten, in einem Mehrfamilienhaus in Dorsten Rhade. © Bludau
Die Einsatzkräfte machten vor Ort augenscheinlich Tests mit Proben und nahmen anschließend diverse Kisten und Behälter in einem Spezialfahrzeug mit. © Bludau
Die Einsatzkräfte machten vor Ort augenscheinlich Tests mit Proben und nahmen anschließend diverse Kisten und Behälter in einem Spezialfahrzeug mit. © Bludau
Die Einsatzkräfte machten vor Ort augenscheinlich Tests mit Proben und nahmen anschließend diverse Kisten und Behälter in einem Spezialfahrzeug mit. © Bludau
Die Einsatzkräfte machten vor Ort augenscheinlich Tests mit Proben und nahmen anschließend diverse Kisten und Behälter in einem Spezialfahrzeug mit. © Bludau
Die Einsatzkräfte machten vor Ort augenscheinlich Tests mit Proben und nahmen anschließend diverse Kisten und Behälter in einem Spezialfahrzeug mit. © Bludau
Die Einsatzkräfte machten vor Ort augenscheinlich Tests mit Proben und nahmen anschließend diverse Kisten und Behälter in einem Spezialfahrzeug mit. © Bludau
Die Einsatzkräfte machten vor Ort augenscheinlich Tests mit Proben und nahmen anschließend diverse Kisten und Behälter in einem Spezialfahrzeug mit. © Bludau
Mit Spezialeinsatzfahrzeugen rückte die Polizei nach Rhade aus, mutmaßlich, weil ein Tatverdächtiger gegen das Sprengstoffgesetz verstoßen haben soll.© Guido Bludau
In den frühen Morgenstunden des Dienstags kam es zu einer Durchsuchungsaktion des LKA und weiteren Kräften, darunter auch Spezialeinheiten, in einem Mehrfamilienhaus in Dorsten Rhade. © Bludau
In den frühen Morgenstunden des Dienstags kam es zu einer Durchsuchungsaktion des LKA und weiteren Kräften, darunter auch Spezialeinheiten, in einem Mehrfamilienhaus in Dorsten Rhade.© Bludau
Die Einsatzkräfte machten vor Ort augenscheinlich Tests mit Proben und nahmen anschließend diverse Kisten und Behälter in einem Spezialfahrzeug mit. © Bludau
Schnappschuss aus der Nachbarschaft: Die Polizei rückte am Dienstagmorgen zum Stuvenberg in Dorsten-Rhade aus.© Foto privat
Die Einsatzkräfte machten vor Ort augenscheinlich Tests mit Proben und nahmen anschließend diverse Kisten und Behälter in einem Spezialfahrzeug mit. © Bludau
Die Einsatzkräfte machten vor Ort augenscheinlich Tests mit Proben und nahmen anschließend diverse Kisten und Behälter in einem Spezialfahrzeug mit. © Bludau

Laut erster Auskunft der Polizei in Göttingen, die für diesen Einsatz zuständig ist, seien am Dienstagmorgen deutschlandweit, aber auch über die Bundesgrenzen hinaus in Litauen und Kroatien, Razzien wegen des Verdachts auf Cyberkriminalität (Internet- und Computerkriminalität) durchgeführt worden. Eine Spur führte die Ermittler nach Dorsten-Rhade.

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Razzia in Rhade

Laut Information der Sprecherin der Göttinger Polizeibehörde werde wegen des Verdachts auf Verstoß gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz, wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz und wegen des Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz in vielen Orten Deutschlands ermittelt. Der Rhader Tatverdächtige ist ebenfalls ins Visier der Cyberfahnder geraten. Im Verdacht stehen 22 deutsche mutmaßliche Täter im Alter von 17 bis 55 Jahren.

Nach erster offizieller Behördenmitteilung (Stand: 11.26 Uhr) seien 1000 Einsatzkräfte in neun Bundesländern bei Durchsuchungen von Wohnungen beteiligt gewesen. In NRW sei das in mehreren Städten der Fall gewesen, so eine Sprecherin des Landeskriminalamtes, Heidi Conzen. Darunter eben auch Dorsten-Rhade.

Anleitungen zum Bau von Bomben im Internet

Am Nachmittag hieß es dann nach einer zentralen Pressekonferenz der Schwerpunktstaatsanwaltschaft Göttingen: „Die Polizei hat in einem internationalen Großeinsatz mit Durchsuchungen in NRW die frei im Internet zugängliche Sprengstoff-Plattform „xplosives.net“ stillgelegt. Der Server und zahlreiche Datenträger sind beschlagnahmt worden“, sagte der Präsident der zuständigen Polizeidirektion Göttingen, Uwe Lührung. Auf der Plattform seien Anleitungen zum Bau von Kriegswaffen und Bomben sowie zur Herstellung von Sprengstoff zu finden gewesen.

Eine Spur der Ermittler führte nach Dorsten-Rhade. Hier beschlagnahmten die Beamten umfangreiches Beweismaterial. Verdächtige Gegenstände wurden in Transportboxen verstaut und weggefahren.

Polizei Recklinghausen darf nichts sagen

Die Polizei in Recklinghausen flankierte den Einsatz. Auf Anfrage erklärte Behördensprecherin Ramona Hörst: „Wir sagen nichts zu den Einzelheiten. Die Staatsanwaltschaft Göttingen ist federführend.“

Ein Rhader hatte am frühen Morgen unsere Zeitung informiert und gefragt, was denn wohl in seinem sonst beschaulichen Heimatdorf los sei. Ein Tross von Polizeiwagen, darunter Panzerfahrzeug und Rettungswagen, ist in Rhade die Ausnahme.

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